Aufstand in Syrien Mehrere Tote nach Freitagsprotesten

Syrische Sicherheitskräfte haben nach den Freitagsgebeten das Feuer auf Demonstranten eröffnet. Dabei sollen mindestens drei Menschen ums Leben gekommen sein. Die G-8-Staaten forderten bei ihrem Gipfel umfassende Reformen in Syrien - auf eine harte Haltung konnten sie sich nicht einigen.

Proteste in der syrischen Stadt Banias: Am Freitag starben erneut drei Demonstranten
AFP

Proteste in der syrischen Stadt Banias: Am Freitag starben erneut drei Demonstranten


Damaskus - Wieder hat es Tote gegeben in Syrien. Sicherheitskräfte haben am Freitag mindestens drei Menschen erschossen. Sie hätten in der Ortschaft Dael im Süden des Landes das Feuer auf Demonstranten eröffnet, die auf Hausdächer gestiegen seien, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. In der Hauptstadt Damaskus und in Deir al-Sor im Nordosten des Landes lösten die Sicherheitskräfte nach Angaben der Syrischen Liga für Menschenrechte gewaltsam Demonstrationen auf.

In Deir al-Sor hätten sich rund 5000 Menschen nach dem Freitagsgebet zu Protesten versammelt, die Polizei habe Warnschüsse in die Luft abgegeben, teilten die Menschenrechtler mit. Im Stadtteil Rokn-Eddin im Norden von Damaskus gingen die Sicherheitskräfte demnach mit Schlagstöcken gegen Hunderte Protestierende vor. Aus Sabadani an der Grenze zum Libanon meldeten Anwohner fünf Verletzte. In der zentralsyrischen Stadt Homs waren Zeugen zufolge Schüsse zu hören, nachdem Tausende Menschen trotz eines Verbots zusammengekommen waren.

Seit dem Beginn der Proteste gegen Staatschef Baschar al-Assad wurden nach Angaben von Menschenrechtlern bereits mehr als tausend Menschen getötet und rund 10.000 weitere festgenommen.

G8 schwächen Abschlusserklärung ab

Der Westen ringt noch immer um eine gemeinsame Position gegenüber dem Regime in Damaskus. Die beim G-8-Gipfel im französischen Deauville versammelten Staaten konnten sich auch dort nicht auf eine harte Haltung gegen die syrische Regierung einigen. Während der Führung des Landes in einem ersten Entwurf der Gipfelerklärung zunächst "Aktionen im Sicherheitsrat" angedroht wurden, sollte die Gewalt gegen Demonstranten nicht enden, ist in der Abschlusserklärung nur noch von "neuen Maßnahmen" die Rede. Diplomaten zufolge fürchteten die Regierungschefs, Russland könne sich einem Verweis auf den Uno-Sicherheitsrat widersetzen.

Die G-8-Staaten fordern nun, die Gewalt des Regimes gegen das syrische Volk und die Einschüchterungen müssten umgehend aufhören. Es müsse fundamentale politische Reformen geben.

ler/AFP/dpa/Reuters

insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
alnemsi 27.05.2011
1. Relation
Zitat von sysopSyrische Sicherheitskräfte haben nach den Freitagsgebeten das Feuer auf Demonstranten eröffnet. Dabei sollen mindestens drei Menschen ums Leben gekommen sein. Die G8-Staaten forderten bei ihrem Gipfel umfassende Reformen in Syrien - auf eine harte Haltung konnten sie sich nicht einigen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,765332,00.html
Das heißt also, es war verhältnismäßig ruhig oder? Warnschüsse gibt die deutsche Polizei schließlich auch gegenüber Eintracht Frankfurt Anhängern ab, und die Schlagstöcke sind hier im Land ja wohl auch Standard.
intenso1 28.05.2011
2. ...
Zitat von sysopSyrische Sicherheitskräfte haben nach den Freitagsgebeten das Feuer auf Demonstranten eröffnet. Dabei sollen mindestens drei Menschen ums Leben gekommen sein. Die G8-Staaten forderten bei ihrem Gipfel umfassende Reformen in Syrien - auf eine harte Haltung konnten sie sich nicht einigen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,765332,00.html
Assad berät sich zur zeit mit der Führung des Iran über den Umgang mit Demonstranten. Er könnte sich auch mit den Führungen Spaniens, Frankreich, Deutschland beraten hier hat man auch sehr gute Erfahrungen wie man mit unbequemen Leuten umgeht, es müssen ja nicht immer gleich Tote geben.
alnemsi 31.05.2011
3. Nicht nur die...
Zitat von intenso1Assad berät sich zur zeit mit der Führung des Iran über den Umgang mit Demonstranten. Er könnte sich auch mit den Führungen Spaniens, Frankreich, Deutschland beraten hier hat man auch sehr gute Erfahrungen wie man mit unbequemen Leuten umgeht, es müssen ja nicht immer gleich Tote geben.
Oder sich von den Briten trainieren lassen. Man könnte auch die Amerikaner fragen, wie man das Problem Studentenproteste damals gelöst hat.
tomwuermli 02.06.2011
4. Aufstand in Syrien: Mehrere Tote nach Freitagsprotesten
Liebe Redaktion des Artikels, bei der Suche nach den in Ihrem Artikel angegebenen Orten bin ich auf kein Ergebnis gestossen. Die Ortschaft Deir al-Sor ist in Syrien unbekannt, Banias habe ich lediglich in Israel gefunden und nach langer Suche kam ich zu dem Ergebnis, dass Sie die Orte wohl erfunden haben müssten. Gibt es auf diese Frage eine glaubhafte Antwort? Mit freundlichen Grüßen tom wuermli
alnemsi 04.06.2011
5. Haha, beim Abschreiben erwischt, liebe Redaktion!
Zitat von tomwuermliLiebe Redaktion des Artikels, bei der Suche nach den in Ihrem Artikel angegebenen Orten bin ich auf kein Ergebnis gestossen. Die Ortschaft Deir al-Sor ist in Syrien unbekannt, Banias habe ich lediglich in Israel gefunden und nach langer Suche kam ich zu dem Ergebnis, dass Sie die Orte wohl erfunden haben müssten. Gibt es auf diese Frage eine glaubhafte Antwort? Mit freundlichen Grüßen tom wuermli
Ich kann und möchte zwar nicht für die Redaktion sprechen, jedoch kann ich hier vielleicht ein bisschen zur Aufklärung beitragen: Deir al-Sor soll mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit Deir ez Zur im Osten des Landes darstellen, Banias hingegen wird korrekterweise Baniyas buchstabiert. Der Ursprung dieser Fehler liegt in der mangelhaften Transkription des Arabischen ins Deutsche, für das Englische gibt es da gewisse Grundregeln, im Deutschen gibt es zwar gewisse Normen, jedoch beruhen dieser eher auf Tradition anstatt auf Vernunft. Jedenfalls gibt es im Arabischen weniger Vokale, und diese werden nicht im Schriftbild nicht immer klar differenziert, was im Endeffekt eine unterschiedliche Aussprache von Ortsnamen in unterschiedlichen Gegenden zur Folge hat. So sagt man bspw. im Deutschen auch "Homs", im Arabischen jedoch kann man sowohl "Homs" als auch "Hims" zur Bezeichnung der selben Stadt sagen. Das konkrete Problem hier war (peinlicherweise recht offensichtlich) die Nutzung von Quellen, welche nicht die syrisch-arabische Version des Ortsnamens verwendeten (sprich welche def. keine Syrer waren), was dann also zur nicht unbedingt falschen, aber ungewöhnlichen Schreibweise geführt hat. Ungeklärt bleibt allerdings die Frage, von wem die Redaktion diese Schreibweise übernommen hat. Ich hoffe, dass ich Ihnen ein wenig habe weiterhelfen können. MfG, alnemsi
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.