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02. Mai 2013, 00:22 Uhr

Mission in Syrien gescheitert

Uno-Sondergesandter Brahimi will zurücktreten

Ein weiterer Schlag für den Frieden in Syrien: Der Uno-Sondergesandte für Syrien, Lakhdar Brahimi, ist von der Blockade durch den Sicherheitsrat frustriert und will sein Amt aufgeben.

New York - Der Syrien-Sondergesandte von Vereinten Nationen und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, will sein Amt nach Angaben von Diplomaten niederlegen. Der 79 Jahre alte frühere algerische Außenminister stehe kurz davor, solle aber "überzeugt werden, noch einige Tage dranzuhängen", sagten die Diplomaten der Nachrichtenagentur AFP.

Brahimi halte seinen Versuch, eine politische Lösung für den Bürgerkrieg in Syrien zu finden, für gescheitert. Schuld daran sei auch der Uno-Sicherheitsrat, der jede Strategie für einen Frieden durchkreuzt habe. Brahimi habe "allen gesagt, dass er aufhören will, und es gibt wenig Hoffnung, dass er weitermacht".

Der Algerier war als Syrien-Sondergesandter am 1. September auf den ehemaligen Uno-Generalsekretär Kofi Annan gefolgt. Erst Ende Februar wurde sein Mandat um weitere sechs Monate verlängert. Damals hieß es, Brahimi halte seine Mission noch nicht für beendet. Obwohl Brahimi die Unterstützung von Uno, Arabischer Liga und der fünf Vetomächte des Uno-Sicherheitsrats genießt, konnte er bislang keinen Friedensplan zwischen dem Regime von Präsident Baschar al-Assad und den Rebellen aushandeln.

In Syrien gibt es seit Mitte März 2011 einen Aufstand gegen Staatschef Assad. Bei Kämpfen zwischen Rebellen und der Armee wurden nach Uno-Angaben bislang mehr als 70.000 Menschen getötet.

ade/AFP/AP

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