Aufstand in Syrien Washington will Beobachtern mehr Zeit geben

Opposition und Menschenrechtler haben die Beobachtermission in Syrien scharf kritisiert. Nun mahnt die US-Regierung zur Geduld mit den Gesandten der Arabischen Liga. Die Gewalt im Land geht unvermindert weiter - immer mehr Syrer flüchten ins Ausland, auch nach Deutschland.


Washington/Beirut/Nürnberg - Nach internationaler Kritik an den Beobachtern der Arabischen Liga in Syrien haben die USA zur Geduld bei der Beurteilung der Ergebnisse des Einsatzes ermahnt. "Wir müssen den Beobachtern Zeit lassen, sich zu organisieren und die Aufgabe in Gang zu bringen", sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums am Mittwoch. "Wir sollten sie ihre Arbeit tun und dann ihr Urteil fällen lassen."

Die syrische Führung müsse ihnen freien Zugang zu allen Teilen des Landes geben, damit sie eine vollständige Untersuchen durchführen können, sagte der Sprecher von US-Außenministerin Hillary Clinton. Auch die französische Regierung forderte mehr Zeit für die Beobachtermission.

Die syrische Opposition und Menschenrechtsvertreter hatten Zweifel daran geäußert, dass die vom sudanesischen General Mustafa al-Dabi geleitete Gruppe zu einem objektiven Ergebnis kommt und sich ausreichend dem Einfluss des Regimes in Damaskus entzieht. Nach einem ersten Tag in der Protesthochburg Homs hatte Dabi gesagt, er habe "nichts Beängstigendes" zu sehen bekommen.

"Wir werden lange Zeit bleiben"

Dabi relativierte seine Aussage später und erklärte am Mittwochabend, der Einsatz der Beobachter habe gerade erst begonnen. "Wir haben 20 Leute, die für lange Zeit bleiben", betonte er.

Die Beobachter sollen die Einhaltung eines Friedensplans überwachen, den die syrische Regierung im November mit der Arabischen Liga vereinbart hat. Darin sagte Präsident Baschar al-Assad ein Ende der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste zu.

Am Donnerstag sollen die Beobachter drei weitere Städte besuchen: Deraa, Hama und Idlib, die gleichfalls zu den Zentren des Aufstands gehören. In Hama sollen Regierungstruppen von Machthaber Assad noch am Mittwoch in die Menge gefeuert haben, als mehrere tausend Demonstranten einen Sitzstreik abhalten wollten. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden dabei mindestens sechs Menschen getötet und viele weitere verletzt.

Zahl syrischer Flüchtlinge in Deutschland verdoppelt sich

Die Beobachtermission wird nach Ansicht von Menschenrechtsaktivisten gezielt getäuscht. Human Rights Watch warf dem Assad-Regime beispielsweise vor, Gefangene verlegt und Soldaten als Polizisten verkleidet zu haben.

Das Vorgehen des syrischen Regimes gegen die Bevölkerung hat die Zahl der syrischen Flüchtlinge in Deutschland in diesem Jahr sprunghaft steigen lassen. In den ersten elf Monaten hätten bereits 2417 Syrer um Asyl nachgesucht. Das seien fast doppelt so viele wie im Vorjahr, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge der Nachrichtenagentur dpa. Insgesamt hatten bis Ende November 41.491 Ausländer in Deutschland Asyl beantragt - 10,8 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

fab/AFP/dpa/Reuters

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sistermercy 29.12.2011
1. Hallo
Zitat von sysopOpposition und Menschenrechtler haben die*Beobachtermission in Syrien scharf kritisiert.*Nun mahnt*die US-Regierung*zur*Geduld mit den Gesandten der Arabischen Liga. Die Gewalt im Land geht unvermindert weiter -*immer mehr Syrer flüchten ins Ausland, auch nach Deutschland. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806156,00.html
Sie können es nicht lassen oder? Zeigen Sie mir bitte eine einzige vertrauensvolle Quelle, die Art und Ausmaß angeblicher Massaker belegt. Und bitte: Ich spreche von Massakern, nicht davon, dass die syrische Regierung berechtigt einen reginal begrenzten Aufstand bekämpft. Zeigen Sie mir vertrauensvolle Fotos, die die Behauptung belegen, es komme in Syrien zu Massackern oder Massenprotesten, die mehr sind als eine ggf. nur auf Homs begrenzte Revolte. Und bitte: Zeigen Sie zum Beleg nicht erneut Fotos, die regierungsfreundliche Demonstranten abbilden, auf denen bspw. die syrische Fahne und Bilder von Assad freudig gezeigt werden. Benennen Sie mir einen glaubwürdigen, objektiven Zeugen, der von Massakern und sonstigen verbrechen der Syrischen Regierung berichtet hat oder berichten kann. Und bitte: Dazu zählen keine im englischen Exil lebende Oppositionelle und auch keine angeblich vor Ort ansässigen Herren, die bereits in den letzten Wochen nachweislich die Unwahrheit gesagt haben.
duk2500 29.12.2011
2. gewünschte Ergebnisse
Ganz offensichtlich soll jetzt so lange "beobachtet" werden bis die vom Westen gewünschten Ergebnisse berichtet werden können. Man erinnert sich ja an ähnliche Manipulationen und Lügen aus dem jüngsten Krieg in Libyen, erinnert sei nur an die niemals bewiesene Behauptung, Ghaddafi hätte seinen "Söldnern" Viagra verabreicht, damit diese dann oppositionelle Frauen vergewaltigen. Ein ähnliches Lügenmärchen waren die kuweitischen Brutkastenbabies. Man muß leider unterstellen, dass es darum geht, mit Syrien ein dem Iran verbündetes Regime zu stürzen. Dass dabei dann, das sieht man doch schon an den Hochburgen des Aufstandes, wie in anderen Ländern dieses sopgenannten "arabischen Frühlings" auch, die sunnitischen Moslembrüder an die Macht kömmen und, wie im Iraq die bisher noch relativ unbehelligt im Land lebenden religiösen Minderheiten wie Alawiten, die wenigen in der Region noch verbleibenden Christen und Drusen dann unter die Räder kommen, also entweder ins Exil getriebem oder umgebracht werden, interessiert dabei nicht. Mit "Demokratisierung" hat das leider überhaupt nichts zu tun. Das ist nacktes Machtkalkül, applaudiert von naiven und leider völlig unwissenden Menschenrechts- und Demokratieschwaflern.
Schroekel 29.12.2011
3. Assad
Zitat von sysopOpposition und Menschenrechtler haben die*Beobachtermission in Syrien scharf kritisiert.*Nun mahnt*die US-Regierung*zur*Geduld mit den Gesandten der Arabischen Liga. Die Gewalt im Land geht unvermindert weiter -*immer mehr Syrer flüchten ins Ausland, auch nach Deutschland. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806156,00.html
wird wie Gaddafi und andere bis zum letzten alles versuchen seine Macht aufrechtzuerhalten. Die Macht seines Clans ist Geschäft. Die Methode des Clans ist die der Mafia. Nur, dass diese Mafia über Panzer und Flugzeuge und Helikopter verfügt und selbiges Arsenal auch gegen das eigene Volk einsetzt. Assad wird von den Mullahs im Iran, Putin und der VR China unterstützt - wobei diese Unterstützung der beiden letztgenannten Risse hat. Assads Ende ist vorhersehbar, aber das syrische Volk hat einen langen und leider äusserst blutigen Weg vor sich, bis es diesen Schlächter endlich loswird.
Doctor Feelgood 29.12.2011
4. Mal unter uns:
Zitat von Schroekelwird wie Gaddafi und andere bis zum letzten alles versuchen seine Macht aufrechtzuerhalten. Die Macht seines Clans ist Geschäft. Die Methode des Clans ist die der Mafia. Nur, dass diese Mafia über Panzer und Flugzeuge und Helikopter verfügt und selbiges Arsenal auch gegen das eigene Volk einsetzt. Assad wird von den Mullahs im Iran, Putin und der VR China unterstützt - wobei diese Unterstützung der beiden letztgenannten Risse hat. Assads Ende ist vorhersehbar, aber das syrische Volk hat einen langen und leider äusserst blutigen Weg vor sich, bis es diesen Schlächter endlich loswird.
Ich weiß nicht, welch wunderbare "Freiheit" Ihnen für die "armen, unterdrückten" Syrer vorschwebt, aber eines kann ich Ihnen sagen: es wird die gleiche "Freiheit" sein, wie sie die Bürger Libyens und des Irak derzeit geniessen können: mit zusammengebombten Städten ohne Wasser und Elektrizität, ohne Gesundheitsversorgung und mit andauernden Straßenkämpfen verfeindeter Splittergruppen - ganz im Sinne unserer angelsächsischen Freunde und ihrer divide-et-impera-Geopolitik! Vielleicht fragen sie diese Menschen mal, wie glücklich sie damit sind!
duk2500 29.12.2011
5. Schlächter
Zitat von Schroekelwird wie Gaddafi und andere bis zum letzten alles versuchen seine Macht aufrechtzuerhalten. Die Macht seines Clans ist Geschäft. Die Methode des Clans ist die der Mafia. Nur, dass diese Mafia über Panzer und Flugzeuge und Helikopter verfügt und selbiges Arsenal auch gegen das eigene Volk einsetzt. Assad wird von den Mullahs im Iran, Putin und der VR China unterstützt - wobei diese Unterstützung der beiden letztgenannten Risse hat. Assads Ende ist vorhersehbar, aber das syrische Volk hat einen langen und leider äusserst blutigen Weg vor sich, bis es diesen Schlächter endlich loswird.
Leider wird dieser Schlächter, unter dem der kleine Mann, die kleine Frau und ihre Kinder halbwegs normal ihren Alltag leben können auch wenn sie einer religiösen Minderheit angehören nach dem von Ihnen wohl herbeigesehnten Sturz von einer wesentlich brutaleren Regierung von religiös motivierten Schlächtern abgelöst werden. Beispiele gibt es dafür ja genug, im Afghanistan der Taliban, Iran, Sudan, Iraq und demnächst in Libyen, Tunesien und Ägypten.
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