Besuch aus Burma Merkel würdigt Freiheitskampf von Aung San Suu Kyi

Deutschland will Burma beim friedlichen Wandel unterstützen. Beim ersten offiziellen Besuch von Aung San Suu Kyi in Berlin hat Kanzlerin Merkel ihre Unterstützung zugesichert. Sie würdigte den Mut und Einsatz für Menschenrechte.
Burmas Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi mit Kanzlerin Merkel: Erster offizieller Besuch in Berlin

Burmas Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi mit Kanzlerin Merkel: Erster offizieller Besuch in Berlin

Foto: Daniel Naupold/ dpa

Berlin - Mit ihrem jahrelangen Kampf für Menschenrechte in Burma ist Aung San Suu Kyi zur Freiheitsikone geworden. Heute ist sie Oppositionsführerin in ihrer Heimat, doch ihre Bedeutung spiegelt sich auch in der Liste ihrer Gesprächspartner wieder. Bei ihrem ersten offiziellen Besuch in Berlin hat sie Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen.

Merkel zollte Suu Kyi bei ihrer Begrüßung im Kanzleramt Respekt: Sie freue sich, "weil heute eine Frau bei uns zu Gast ist, die wie nur wenige auf der Welt gezeigt hat, welchen Mut sie hat, für Freiheit, für Demokratie, für die Einhaltung der Menschenrechte zu stehen und zu kämpfen".

Deutschland wolle den demokratischen Wandel in dem asiatischen Land unterstützen, versicherte die Kanzlerin. Von Suu Kyi wolle sie daher auch erfahren, "wie wir von deutscher Seite helfen können".

"Ich spüre, dass er uns versteht"

Suu Kyi erklärte, sie wolle die Reformen in ihrem Land weiter vorantreiben. Alle Demokraten müssten zusammenstehen, um eine wahre Welt der "Brüderlichkeit - oder politisch korrekt - Schwesterlichkeit unter Menschen" zu schaffen, sagte sie im Beisein Merkels.

Aung San Suu Kyi war rund 15 Jahre in Haft oder stand unter Hausarrest, bevor sie im November 2010 von Burmas damaliger Militärregierung freigelassen wurde. Wenige Monate später löste sich die Junta auf, die neue formal zivile Regierung unter Ex-General Thein Sein betreibt seitdem eine vorsichtige Öffnung des Landes - Suu Kyi sitzt inzwischen im Parlament. Sie wird sich 2015 möglicherweise um das Präsidentenamt bewerben.

Bundespräsident Gauck hatte Burma im Februar besucht und dort auch Suu Kyi getroffen. "Ich spüre, dass er uns versteht, dass er eine große Unterstützung ist", sagte die asiatische Freiheitskämpferin damals über den Regimegegner aus Ostdeutschland. Abstrakt und theoretisch könne jeder mit der Freiheits- und Demokratiebewegung in Burma sympathisieren. "Aber wenn du am eigenen Leibe unter etwas gelitten hast, worunter andere Länder gerade leiden, dann ist diese Sympathie auf einem anderen Level. Es ist dann Empathie, das wahre Verständnis unserer Situation."

kgp/dpa/AFP