Aus für sieben Reaktoren Belgien will ab 2015 aus Atomkraft aussteigen

Die sieben belgischen Atommeiler sollen von 2015 an abgeschaltet werden - darauf einigten sich die künftigen Regierungspartner. Ein entsprechendes Gesetz gibt es bereits seit 2003 - es wurde aber zuletzt wieder in Frage gestellt.
Belgisches AKW Tihange: Vom Netz ab 2015

Belgisches AKW Tihange: Vom Netz ab 2015

Foto: Bruno Fahy/ dpa

Brüssel - Die künftige belgische Regierung drängt auf einen raschen Atomausstieg: Von 2015 an sollen die sieben belgischen Reaktoren abgeschaltet werden. Darauf haben sich die Verhandlungspartner der kommenden Regierungskoalition am späten Sonntagabend in Brüssel geeinigt. Die sieben Atommeiler sollen nach und nach abgeschaltet werden. So sollen die ersten drei AKW 2015 vom Netz gehen, allerdings nur, wenn die Energieversorgung gesichert ist. Sonst bleiben sie länger in Betrieb.

Die neue Regierung soll noch die genauen Daten festlegen und in den kommenden Monaten einen Plan zur Energieversorgung des Landes ausarbeiten, erklärten die Verhandlungspartner. Mit der Entscheidung bestätigen die sechs Parteien ein Gesetz, das bereits aus dem Jahr 2003 stammt. Damals hatte die belgische Regierung einen langsamen Atomausstieg für die Zeit zwischen 2015 und 2025 beschlossen, der später mit Verweis auf die Energieversorgung wieder in Frage gestellt worden war.

Der Zusammenbruch der Regierung im vergangenen Jahr und die seitdem andauernde politische Krise hinderten das Parlament außerdem daran, das Gesetz voranzutreiben. Die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im März hatte die Debatte um die Atomkraft in Belgien neu entfacht.

Mitte Oktober - gut 16 Monate nach den Parlamentswahlen - hatten in Belgien konkrete Verhandlungen über die Bildung einer Regierung unter dem Vorsitz des frankophonen Sozialdemokraten Elio di Rupo begonnen. An den Gesprächen nehmen die Vertreter der sechs Parteien von Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberalen aus dem Französisch sprechenden Wallonien und dem Niederländisch sprechenden Flandern teil. Die Regierungsbildung wurde erst möglich, nachdem sich Vertreter der beiden Sprachgruppen auf eine Staatsreform geeinigt hatten. Belgien ist seit den Parlamentswahlen vom 10. Juni 2010 ohne gewählte Regierung - ein weltweiter Rekord.

anr/dpa/AFP
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