Ausschreitungen in Beirut Libanesischer Innenminister tritt zurück

Libanons Innenminister Hassan al-Sabaa hat nach den gewalttätigen Übergriffen auf die dänische Botschaft seinen Rücktritt erklärt. Die Regierung betonte, dass unter den Demonstranten viele Syrer und Palästinenser gewesen seien und sprach von einer Verschwörung.


Beirut - Auch der Nachfolger für Hassan al-Sabaa soll schon feststehen. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete unter Berufung auf Regierungskreise, dass der amtierende Minister für Jugend und Sport, Ahmad Fattfat, als libanesischer Innenminister nominiert ist.

Rund 20.000 Muslime hatten am Sonntag in der Hauptstadt Beirut gegen die zuerst in einer dänischen Zeitung veröffentlichten Karikaturen des Propheten Mohammed protestiert. Die Armee konnte die aufgebrachte Menge nicht darin hindern, zum dänischen Konsulat vorzudringen. Die Demonstranten bewarfen Polizisten mit Steinen und setzten Fahrzeuge in Brand. Sowohl unter den Demonstranten als auch unter den Sicherheitskräften habe es Verletzte gegeben, erklärte die Polizei.

200 Personen seien verhaftet worden. Mehr als die Hälfte von ihnen seien Syrer und Palästinenser, erklärte der libanesische Regierungschef Fouad Siniora am Sonntagabend. Der Angriff auf das dänische Konsulat in Beirut sei "Teil eines Plans zur Destabilisierung, dessen Opfer der Libanon seit mehreren Monaten ist".

Die Mitarbeiter des Botschaft hatten in Erwartung der Proteste Libanon bereits am Samstag verlassen. Das dänische Außenministerium forderte alle Landsleute zum Verlassen des Landes auf.



agö/reuters/ap



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