Fall Yang Hengjun Australien beklagt "inakzeptable Haftbedingungen" für Journalist in China

Seit fast einem Jahr wird der chinesisch-australische Autor Yang Hengjun in der Volksrepublik festgehalten. Täglich werde er verhört und dabei teils gefesselt, kritisiert nun die Regierung in Canberra.

Yang Hengjun (Archivbild): Seine Inhaftierung verschärft die Spannungen zwischen China und Australien
REUTERS

Yang Hengjun (Archivbild): Seine Inhaftierung verschärft die Spannungen zwischen China und Australien


Der in China geborene australische Schriftsteller Yang Hengjun wird dem australischen Außenministerium zufolge unter "inakzeptablen Bedingungen" in der Volksrepublik festgehalten. "Zu seinen Haftbedingungen gehören eine zunehmende Isolation von der Außenwelt und die Wiederaufnahme der täglichen Vernehmungen", sagte die australische Außenministerin Marise Payne. Dabei sei Yang teils gefesselt.

Australien habe um eine Erklärung der Vorwürfe gebeten und gefordert, dass Yang im Einklang mit den internationalen Normen behandelt werde sowie Zugang zu seinen Anwälten und seiner Familie erhalte, sagte Payne.

Premierminister Scott Morrison schloss sich der Kritik an. Australien mache sich immer stark für seine Bürger, sagte er vor Journalisten. Die Regierung in Canberra beklage die Inhaftierung Yangs bereits "seit einiger Zeit". Man wolle nun klare Belege für die Vorwürfe gegen Yang sehen.

Der 54-Jährige ist in China als Demokratieaktivist, Romanautor und Blogger bekannt. Er kommentiert regelmäßig die chinesische Politik und äußert sich dabei zuweilen kritisch über die Kommunistische Partei. Bevor Yang die australische Staatsbürgerschaft annahm, arbeitete er im chinesischen Außenministerium. Zwischendurch lebte er in Hongkong und arbeitete für das Politikinstitut Atlantic Council in den USA. China erkennt seine doppelte Staatsbürgerschaft nicht an.

Im Januar wurde Yang bei seiner Einreise nach China festgehalten und im August offiziell wegen Spionageverdachts verhaftet. Spionage wird in China mit dem Tode bestraft. Die Regierung in Peking hat Australien aufgefordert, sich nicht einzumischen.

aar/Reuters/AP



insgesamt 9 Beiträge
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erik93_de 02.12.2019
1. So what?
Hat sich Australien auch über die Haftbedingungen und den langsamen Mord an Assange beklagt? Oder irgendjemand aus dem Deutschen Leitmedienpool? Wenn nicht -- einfach mal die Fresse halten und ein bißchen über Jesus' "Balken-im-Auge"-Gleichnis nachdenken...
frankenbaer 02.12.2019
2. zu 1 Gleichnisse
Sie kennen bestimmt auch das von den Äpfeln und Birnen?
rjb26 02.12.2019
3. zunächst
dachte ich, dass SPON über die Beschwerde Australiens über ihren Bürger Julian Assange schreiben würde. offenbar nicht, denn der wird ja von " den Guten" gefoltert
The Restless 02.12.2019
4.
Ich begrüße es nicht, dass dieser Schriftsteller unter solchen Haftbedingungen zu leiden hat, bin aber immer wieder überrascht über die Naivität mancher Menschen: Als jemand, der die chinesische Politik und die Partei kritisiert und sich als Demokratieaktivist sieht, muss er doch damit rechnen, dass er innerhalb Chinas Repressalien erfahren wird. Meine einzige Erklärung wäre, dass er mit einer Festnahme gerechnet und diese als Teil seiner Kampagne in Kauf genommen hat. Der Hinweis anderer Forenteilnehmer auf Assange ist berechtigt: Hier fehlt mir der offene Protest gegen GB und die USA, aber wir wissen ja: Die Five Eyes sind eine verschworene Gemeinschaft, die sich zum Ziel gemacht hat, die Geschehnisse auf diesem Planeten auszuspionieren, und Assange gehört zu denjenigen, die ihnen dabei in die Suppe gespuckt haben. Er kann daher keine Gnade erwarten, nicht einmal Hilfe in seiner Heimat.
smokiebrandy 02.12.2019
5. .... arbeitete für das Politikinstitut Atlantic Council in denUSA.
... na dann ist ja soweit alles klar... Atlantic Council ist ein Politik Institut... Das ist in größten Teilen eine Lobbyorganisation und durchsetzt mit den größten Kriegstreibern der Rüstungsindustrie... 2018 empfahl dieses "Politik Institut" tatsächlich der Ukraine die Brücke von Kertsch zu sprengen und einen militärischen Konflikt zwischen Russland und der NATO zu provozieren... Nicht mal der Schoko König Poroschenko war so dumm darauf zu hören... Wenn der Journalist für diesen Verein aktiv tätig war, ist auch der Hintergrund der Demokratie- Bewegung in HongKong erkennbarer ... Haftbedingungen schlecht...? Wie wäre es mit einer Verlegung nach Guantanamo?
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