Straferlass Australier geben 51.000 Waffen ab

Drei Monate Zeit hatten australische Waffenbesitzer, illegale Pistolen und Gewehre abzugeben. Dank der strengeren Waffengesetze sei ein Angriff wie in Las Vegas quasi unmöglich, sagt Premier Turnbull.

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull (r.)
REUTERS

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull (r.)


Am Freitag endet in Australien eine dreimonatige Amnestie für Besitzer illegaler Waffen. Laut Premierminister Malcolm Turnbull wurden etwa 51.000 Pistolen und Gewehre abgegeben, dies sei ein Fünftel aller illegalen Waffen im Land.

Turnbull betonte, die strengen Waffengesetze im Land würden die Gefahr eines Massenmords wie in Las Vegas extrem mindern. "Der Täter hatte eine ganze Reihe von halbautomatischen Waffen, die er in Australien nicht hätte kaufen können", sagte der Premierminister.

Am Sonntagabend hatte der 64-jährige Stephen Paddock Tausende Schüsse in die Zuschauermenge bei einem Countrymusik-Festival abgefeuert und 58 Menschen getötet. Mehr als 500 wurden verletzt. Paddock hatte über Jahre hinweg ein Waffenarsenal angelegt und die Tat akribisch vorbereitet.

Nachfrage nach "bump stocks" enorm gestiegen

In Australien wurden die Waffengesetze bereits 1996 deutlich verschärft. Zuvor hatte damals ein Amokläufer auf der australischen Insel Tasmanien 35 Menschen getötet, darunter mehrere Kinder. Seitdem gab es in Australien keine Taten dieser Art mehr.

In den USA ist dagegen keine ernsthafte Verschärfung der Waffengesetze zu erwarten. Allenfalls das Verbot einer Vorrichtung, die halbautomatische Waffen fast so schnell feuern lässt wie Maschinengewehre, wird erwogen.

Doch die "bump stocks", die auch Paddock benutzt haben soll, sind in den USA nicht etwa verpönt. Im Gegenteil: Die Nachfrage nach "bump stocks" ist enorm gestiegen. Sie seien derzeit kaum noch zu bekommen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

cte/Reuters



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