Wahlkampf Murdoch-Zeitung verunglimpft Australiens Premier als Nazi

In Australien ist Wahlkampf. Der zum Murdoch-Konzern gehörende "Daily Telegraph" ergreift eindeutig Partei und beschimpft den sozialdemokratischen Premier Rudd. Nun zeigt das Boulevardblatt ihn auf der Titelseite als Nazi.

Titelseite des "Daily Telegraph" mit Premier Rudd (r.): Harter Wahlkampf
AFP

Titelseite des "Daily Telegraph" mit Premier Rudd (r.): Harter Wahlkampf


Sydney - Die Titelseite der Boulevardzeitung "Daily Telegraph" sorgte am Donnerstag in Australien für Aufsehen. Das Blatt zeigte Premierminister Kevin Rudd auf der ersten Seite als "Colonel Klink", eine Figur der in Australien sehr bekannten US-Fernsehserie "Hogan's Heroes". Ein Nazi.

Der "Daily Telegraph" gehört zum Medienimperium des in Australien geborenen Rupert Murdoch, der bereits öffentlich deutlich gemacht hat, er wünsche sich einen Sieg der konservativen Opposition bei den Parlamentswahlen am 7. September.

Die Auseinandersetzung zwischen Murdoch und Rudd hatte bereits am Dienstag Schlagzeilen gemacht. An diesem Tag erschien der "Daily Telegraph" mit einem Foto von Rudd auf dem Titel, die Überschrift dazu lautete: "Schmeißt dieses Gesindel raus."

Rudd wirft Murdoch vor, er habe ein persönliches wirtschaftliches Interesse an einem Sieg der Opposition. Der von seiner Labor-Partei geplante Anschluss aller Bürger und Unternehmen ans schnelle Breitbandinternet bedrohe Murdochs Kabelanbieter Foxtel, sagte Rudd am Mittwochabend dem Fernsehsender ABC.

In den Umfragen liegt derzeit das konservative Oppositionsbündnis knapp vorn. Dessen Chef Tony Abbott plant, anders als Rudd, aus finanziellen Gründen nur lokale Verbindungsknoten ans superschnelle Internet anzuschließen, nicht aber Endkunden. Abbott wies Rudds Vermutung am Donnerstag zurück. Er spreche zwar manchmal mit Murdoch, sagte er. Der Ausbau des Breitbandnetzes sei aber nie Gegenstand der Unterhaltungen gewesen.

Rudd hatte Ende Juli nach einem parteiinternen Machtkampf die bisherige Premierministerin Julia Gillard abgelöst. Er hatte das Land schon von 2007 bis 2010 als Regierungschef angeführt.

kgp/AFP

Mehr zum Thema


insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sverris 08.08.2013
1.
Murdoch ist uebrigens auch Eigentuemer von Sky Deutschland. Nur mal nebenbei, fuer den Fall, dass der eine oder andere gedenkt, solch einem Sender Geld in den Rachen zu schmeissen....
Mastermason 08.08.2013
2. Manchmal hilft einfaches Hingucken
Nazis? Ich sehe zwei Wehrmachtssoldaten rechts und links. Mehr nicht.
oldgatti 08.08.2013
3. murdoch beschimpft premier
wenn Sie das Bild eines Luftwaffen-Offiziers der Deutschen Wehrmacht als Nazi-Bild bezeichnen, dann sollten Sie sich mal genauer umschauen. Wer in die Unform eines Deutschen Offiziers klettert, ist noch lange kein Nazi z.B. von Moltke - Graf Stauffenberg usw.
blurps11 08.08.2013
4.
Genau deswegen muss der Trend zu Megakonglomeraten im Medienbereich gestoppt werden. Leider schauen praktisch alle westlichen Regierungen lieber bei der Abschaffung der Demokratie zu, als negative Berichte von Seiten der interessierten Konzerne zu riskieren. Dort sitzen die wahren Feinde unserer Gesellschaftsordnung, nicht bei den zweieinhalb radikalen Turbanträgern im nahen Osten.
schlawa 08.08.2013
5. Naja, Die Serie
und Oberst ! Klink (in der Luftwaffe gibt es keinen Rang des Colonel) spielt in der Serie das Klischee das unfähigen Preußischen Offiziers mit Monokel, der die Nazis aber eigentlich überhaupt nicht ab kann. Gleiches gilt für den Bayerischen Feldwebel Schulz mit seinem an die Chinesischen Affen erinnerndem "I seh nix, I hör nix, I weiß nix". Also ---> erstmal Kontext checken, dann schreiben, liebe Spiegel Redakteure. Die Rolle wurde übrigens von einem aus Deutschland ausgewanderten Juden gespielt, d.h. auch die super lustige und authentische Darstellung :)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.