Internierung auf Papua-Neuguinea Gericht erklärt australisches Flüchtlingslager für illegal

Rückschlag für Australiens rigide Asylpolitik: Bootsflüchtlinge dürfen nicht mehr in einem Lager auf Papua-Neuguinea untergebracht werden. Das entschied nun das oberste Gericht des Inselstaates.

Australische Abschreckungskampagne
Australian Government

Australische Abschreckungskampagne


Australien darf Asylbewerber künftig nicht mehr auf Papua-Neuguinea internieren. Das entschied das oberste Gericht des pazifischen Inselstaates am Dienstag. Die Unterbringung auf der Insel Manus verstoße gegen das verfassungsmäßig garantierte Recht auf persönliche Freiheit, begründeten die fünf Richter ihr Urteil.

Australien lässt generell keine Bootsflüchtlinge ins Land. Die Schutzsuchenden werden entweder in ihre Herkunftsländer zurückgebracht oder in Lager auf Inseln geschafft. Selbst wenn ihr Asylantrag angenommen wird, dürfen sie nicht nach Australien kommen, sondern müssen in den Ländern bleiben.

Das Gericht in Papua-Neuguinea wies die Regierungen des Inselstaats und Australiens an, die Praxis zu beenden und zu unterbinden. In dem Lager leben derzeit rund 850 Männer, die in Australien Asyl suchen. Anerkannte Flüchtlinge aus dem Lager könnten innerhalb Papua-Neuguineas umziehen, teilte die australische Regierung mit. Alle anderen müssten in ihre Heimatländer zurückkehren.

Australien betreibt ebenfalls Lager auf der Weihnachtsinsel oder im mikronesischen Nauru. Die Verhandlungen über den Verbleib der dort untergebrachten Asylbewerber verläuft allerdings schleppend. Manche Menschen sitzen seit mehr als zwei Jahren in den Lagern fest.

Menschenrechtler kritisieren die Zustände dort scharf. Im Februar hatte Australiens höchstes Gericht dennoch geurteilt, die Praxis verstoße nicht gegen die Verfassung. Die Regierung in Canberra argumentiert, dass durch ihre restriktive Politik weniger Bootsflüchtlinge im Meer ums Leben kämen.

An dieser Politik wird aber auch die papua-neuguineische Gerichtsentscheidung nichts ändern, sagte Einwanderungsminister Peter Dutton. "Niemand, der versucht, illegal per Boot nach Australien zu gelangen, wird sich in Australien niederlassen."

vks/dpa/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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maipiu 26.04.2016
1. Heuchler
Sind schon ganz schöne Heuchler, die Aussies (ähnlich den Europäern). Wären die Aboriginies so rigide mit den britischen Einwanderern umgegangen, wäre ihnen vieles erspart geblieben. Gut, dass ein Gericht diese Inhumanität endlich stoppt.
redbayer 26.04.2016
2. Typische Propaganda
von SPON und ihren Ideologen zur "grenzenlosen Massenzuwanderung". Das lächerliche Gericht in dem von Australien zwangsverwalteten Papua-Neuguinea geht doch den Australiern am A.. vorbei. Dann werden die hundert-tausenden halt nicht mehr auf Manus gebracht, sondern dürfen gleich überall in Papua herum laufen. Das ist vielleicht auch besser so, dann gehen die Guineaner schneller selbst unter ...
David67 26.04.2016
3. Australien will sein Land erhalten und macht alles richtig.
Zitat von maipiuSind schon ganz schöne Heuchler, die Aussies (ähnlich den Europäern). Wären die Aboriginies so rigide mit den britischen Einwanderern umgegangen, wäre ihnen vieles erspart geblieben. Gut, dass ein Gericht diese Inhumanität endlich stoppt.
Dort ertrinken keine Migranten mehr. Das Gericht hat nur Modalitäten gerügt, nicht die Unterbringung an sich.
meroswar 26.04.2016
4. @3., David67:
Australien verschließt lediglich seine Augen vor der Realität. Die erste Welt, zu der Australien zählt, lebt auf dem Rücken der dritten Welt. Unser Lebens- und Konsumstil funktioniert ja nur, weil wir durch Neokolonialismus die ärmsten Länder ausbeuten. Dann noch nicht einmal bereit zu sein, ebensolche Leute aufzunehmen ist arrogant und asozial.
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