Austritt aus Commonwealth Simbabwe weiter auf Isolationskurs

Das südafrikanische Land Simbabwe ist aus dem Commonwealth ausgetreten. Präsident Robert Mugabe zog damit die Konsequenz aus der Entscheidung des Commonwealth-Gipfels in Nigeria, die Mitgliedschaft des afrikanischen Landes weiter ruhen zu lassen.


Erklärte den Austritt aus dem Commonwealth: Simbabwes umstrittener Präsident Robert Mugabe
REUTERS

Erklärte den Austritt aus dem Commonwealth: Simbabwes umstrittener Präsident Robert Mugabe

Harare - Im April vergangenen Jahres war Simbabwe wegen des Vorwurfs grober Wahlfälschung vorübergehend aus dem Verbund von Ex-Kolonien und anderen ehemaligen Gebieten des britischen Empires ausgeschlossen worden. Beim Commonwealth-Gipfel in Nigeria war diese Suspendierung am Wochenende bestätigt worden.

Mugabe weigert sich demokratische Reformen durchzuführen. "Simbabwe hat sich mit sofortiger Wirkung aus dem Commonwealth zurückgezogen", hieß es in einer Erklärung des Präsidenten in Harare.

Der Streit um die Mitgliedschaft Simbabwes dominierte den Commonwealth-Gipfel im nigerianischen Abuja. Während vor allem die westlichen Staaten darauf bestanden, das Land nicht wieder in den Verbund Großbritanniens und seiner früheren Kolonien aufzunehmen, wollten acht afrikanische Regierungen die vor einem Jahr verhängte Suspendierung aufheben. Mugabe hatte den Ausstieg aus dem Verbund angedroht, sollte der Bann nicht beendet werden. Jede Entscheidung zu Simbabwe, die nicht die volle Wiedereingliederung des Landes bedeute, sei nicht akzeptabel, hieß es in der Erklärung.

Der Commonwealth ist eine lose Gemeinschaft von 54 Staaten, die aus dem britischen Kolonialreich hervorgegangen ist. Da seine Beschlüsse auf Konsens beruhen müssen, ist seine Macht in erster Linie moralischer Natur. Der Vorteil des Commonwealth liege nicht nur darin, dass alle die gleiche Sprache sprächen, sondern vor allem darin, dass die Mitglieder fähig seien, Entscheidungen durch Dialog zu erreichen und ähnlich wie eine Familie zu funktionieren, betonte Königin Elisabeth in ihrer Eröffnungsrede.

Einig waren sich die Delegierten, die ruhende Mitgliedschaft Pakistans weiter aufrechtzuerhalten. Musharraf sprach von einer "bedauerlichen Entscheidung". Eine Beteiligung Pakistans sei auch im Interesse des Commonwealth, sagte der Präsident.

An dem viertägigen Gipfeltreffen nahmen Delegierte aus 52 Staaten teil. Das Commonwealth repräsentiert fast ein Drittel der Weltbevölkerung.



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