Auswärtiges Amt Eine Million Euro für Erdbebenopfer

Wegen des schweren Erdbebens in Asien hat Außenminister Joschka Fischer heute eine Million Euro aus Mitteln der Humanitären Hilfe des Auswärtigen Amtes für Hilfsmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Auch andere Länder stellten Hilfe in Aussicht.


Berlin - Bei Bedarf würden diese Mittel weiter erhöht, teilte das Auswärtige Amt am Abend in Berlin mit. Zurzeit würden mit den Hilfsorganisationen und den Behörden vor Ort Einzelheiten der Unterstützung geklärt. Gegenwärtig würden vor allem Hilfe bei der Bergung der Opfer sowie Hilfsgüter wie Arzneimittel, Zelte und Decken benötigt.

Bereits am Samstag hatte das Auswärtige Amt der deutschen Botschaft in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad 50.000 Euro für erste Soforthilfen zur Verfügung gestellt. Durch das Erdbeben an der Südwestseite des Himalaya-Gebirges waren am Wochenende zehntausende Menschen ums Leben gekommen.

Die Europäische Union stellte am Sonntag 3,6 Millionen Euro als Soforthilfe für die betroffenen Menschen bereit. Die USA wollten Pakistan mit acht Hubschraubern und finanzieller Unterstützung helfen. Er habe Staatschef Pervez Musharraf jede mögliche Hilfe zugesagt, erklärte US-Präsident George Bush am Sonntag in Washington. Nach Angaben der Vereinten Nationen brauchen in den betroffenen Gebieten mindestens 2,5 Millionen Menschen Hilfe. Dringend benötigt würden mehr als 200.000 winterfeste Zelte, sagte Sprecherin Elisabeth Byrs vom Koordinationsbüro für Humanitäre Hilfe (OCHA). Die Vereinten Nationen schickten acht Experten, die die Hilfe für die Opfer koordinieren sollen. "Wir wissen, dass bei einem Erdbeben dieser Größenordnung jede Stunde zählt", sagte Chefkoordinator Jan Egeland.

Papst Benedikt XVI. rief am Sonntag zu einer "raschen und großzügigen" Hilfe für die Erdbebenopfer auf. Auch Indien, in dessen Teil von Kaschmir rund 600 Menschen ums Leben kamen, bot dem langjährigen Rivalen Pakistan sofort Unterstützung an.

Hilfsangebote kamen auch aus Ländern wie der Türkei und Japan, die schon selbst von schweren Erdbeben heimgesucht wurden. Australien stellte mehr als 300.000 Euro für Medikamente und Hilfsmaßnahmen bereit. Russland wollte noch am Sonntag eine Maschine mit Bergungskräften und Ausrüstung nach Islamabad schicken.

Bei den von den USA geführten Streitkräften in Afghanistan und auch bei den dort stationierten Nato-Einheiten gab es zunächst nach eigenen Angaben keine Pläne, sich an den Rettungsarbeiten zu beteiligen. Beide verfügen über etliche Großraumhubschrauber und Transportflugzeuge, wie sie jetzt dringend in Pakistan gebraucht würden. Die Entscheidung über einen Hilfseinsatz liege in Washington, sagte ein Sprecher der US-Botschaft, Lou Fintor.



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