Autonomiegebiete Arafat lässt Kollaborateure hinrichten

Es war ein Spektakel. Tausende Menschen kamen in der Stadt Nablus zusammen, um der Erschießung eines Palästinensers beizuwohnen. Grund für das Schauspiel: Er und ein weiterer Mann sollen Israel bei Anschlägen unterstützt haben.


Unterzeichnete das Todesurteil: Jassir Arafat
AFP

Unterzeichnete das Todesurteil: Jassir Arafat

Jerusalem - Allan Bani Odeh wurde Zeugenberichten zufolge von der Palästinenser-Polizei erschossen. Majid Mikkawi wurde in einer Polizeistation in Gaza-Stadt hingerichtet. Den beiden Männern wurde vorgeworfen, sie hätten Israel Informationen geliefert und so den Tod von Angehörigen palästinensischer Gruppen verschuldet.

Tausende Menschen sahen zu, wie Bani Odeh an einen Holzpfahl gefesselt wurde. Polizisten in blauen Uniformen und mit schwarzen Masken zielten auf eine rote Markierung auf Bani Odehs Brust und erschossen ihn. Die Zuschauer riefen: "Gott ist der Größte." In Gaza sagte der Fatah-Angehörige Jussuf Salah vor der Polizeistation, in der Mikkawi, hingerichtet wurde: "Dies sollte das Schicksal jeden Kollaborateurs sein, der Israel dabei hilft, unsere Kader zu töten." Die Mutter von Awni Dheir, eines von vier Fatah-Mitgliedern, für deren Tod Mikkawi verantwortlich gemacht wird, sagte: "Ich weine Freudentränen". Sie sei zufrieden, die Schüsse der Exekution gehört zu haben. Arafat hatte am Freitag die Todesurteile unterzeichnet.

Zuvor hatte der Sicherheitsrat der Palästinenser-Regierung die beiden Männer für schuldig befunden, Israel mit Informationen versorgt zu haben, die zum Tod von palästinensischen Kämpfern geführt hätten. Seit die Palästinenser-Regierung 1994 die Kontrolle über die Autonomiegebiete übernommen hat, wurden fünf Palästinenser hingerichtet.



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