Bagdad Enthauptete Leiche gefunden

Die irakische Polizei hat einen grausigen Fund gemacht: Südlich von Bagdad fand sie nach Angaben einer Klinik die Leichen zweier westlicher Ausländer. Der Mann wurde enthauptet und die Frau erschossen. Auch bei einer jordanischen Geisel drohen die Entführer mit Mord.


Bagdad - Die beiden Leichen seien bereits gestern in der Nähe der Ortschaft Jussifija, 20 Kilometer südlich von Bagdad, gefunden worden, sagte heute der Direktor des Mahmudija-Krankenhauses, Daud Dschassim. Der abgetrennte Kopf des Mannes war an seinem Körper festgebunden. Der Mann sei schätzungsweise zwischen 50 und 60 Jahre alt gewesen, die Frau zwischen 30 und 40 Jahre. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Seit April wurden im Irak mehr als 140 Ausländer verschleppt. Etwa 30 von ihnen wurden getötet, nachdem die Forderungen der Entführer nicht erfüllt wurden. Zumeist richteten sich die Forderungen gegen die US-geführten Truppen im Irak und gegen Länder und Unternehmen, die mit ihnen zusammenarbeiten. Derzeit befinden sich noch mindestens drei westliche Ausländer - zwei Franzosen und ein 62-jähriger Brite - in der Gewalt von Entführern. Zudem sind mindestens noch zwei Libanesen, ein Jordanier und mehrere Indonesier verschleppt.

Jordanische Geisel von Hinrichtung bedroht

Indonesische Geiseln im Irak: Nun wird auch noch ein Jordanier mit dem Tod bedroht
REUTERS

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Gestern drohte eine irakische Extremisten-Gruppe einem Fernsehbericht zufolge zudem mit der Ermordung einer jordanischen Geisel - sollte der Arbeitgeber des Mannes nicht die Zusammenarbeit mit den US-Truppen aufkündigen und sich aus dem Irak zurückziehen. Die Forderungen müssen dem Bericht des Senders al-Arabija zufolge innerhalb von 72 Stunden erfüllt werden.

Ein anderer Sender meldete später, der Arbeitgeber werde der Forderung nachgeben und die Firmentätigkeit im Irak einstellen. Al-Arabija zitierte aus einer Erklärung der Gruppe, deren Namen nicht genannt wurde. Gezeigt wurde ein Video, auf dem die jordanische Geisel an den Arbeitgeber appelliert, den Irak zu verlassen. "Ich bin der jordanische Bürger Hischam Taleb al-Essah, ein Angestellter von Starlin ... Die Firma arbeitet im Transportwesen und mit den Amerikanern zusammen." Dann sagt al-Essah weiter: "Ich appelliere an meinen Chef, die Büros im Irak um der Iraker willen zu schließen und das Leben der Menschen zu schützen, die dort arbeiten."

Der Sender al-Dschasira berichtete am Abend, das Unternehmen werde die Forderungen der Entführer erfüllen, um das Leben der Geisel zu retten. Die Büros im Irak würden geschlossen. Im Irak haben extremistische Gruppen seit April Dutzende von ausländischen Geiseln genommen. Viele Geiseln kamen wieder frei, mehr als 20 wurden jedoch ermordet. Gestern veröffentlichte die Extremistenorganisation Ansar al-Sunna im Internet ein Video, auf dem angeblich die Enthauptung eines Irakers gezeigt wird, der für die US-Truppen und die irakischen Sicherheitskräfte gearbeitet haben soll.

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