Bagdad Etliche Tote bei Anschlag auf Restaurant

Die Attentatsserie in der irakischen Hauptstadt geht weiter. In einem Restaurant in Bagdad sprengte sich ein Mann in die Luft und riss mindestens 20 Menschen mit in den Tod.


Bagdad - Augenzeugen erklärten, der Attentäter habe mitten in dem zur Mittagszeit vollbesetzten Restaurant einen Sprengstoffgürtel gezündet. Unter den Opfern, die zunächst auf mindestens 20 geschätzt wurden, seien zahlreiche Polizisten. 34 weitere Menschen seien verletzt worden.

Das Restaurant liegt in der Nähe des Haupteingangs zur so genannten Grünen Zone. In diesem abgesperrten Gebiet, das von US-Militärs und irakischen Sicherheitskräften bewacht wird, finden Sitzungen der Regierung statt. Die US-Botschaft ist ganz in der Nähe in einem ehemaligen Palast von Saddam Hussein.

Steigende Totenzahlen

Seit Freitag läuft im Westirak die US-Operation "Speer". Nach US-Angaben wurden rund 50 Aufständische getötet. Opfer unter den Soldaten oder Zivilisten habe es nicht gegeben, hieß es. Krankenhausärzte in Al-Kaim berichteten dagegen von mindestens 20 getöteten Zivilisten und 30 Verletzten. Laut Augenzeugen hielt der Flüchtlingsstrom aus Al-Kaim in die Wüste trotz Temperaturen um 45 Grad unvermindert an. In Karabila befreiten die Soldaten nach eigenen Angaben vier irakische Geiseln, die von den Extremisten misshandelt und an der Wand angekettet worden waren.

Am Samstag begannen 1000 US-Soldaten nach Militärangaben eine weitere Offensive im Westen. Ziel der Operation "Dolch" am Tharthar-See sei es, Waffenverstecke auszuheben und zu verhindern, dass Aufständische die Region als Basis für Anschläge nutzten.

Die Übergangsregierung berichtete am Sonntag, irakische Sicherheitskräfte hätten bei einer Razzia Ende Mai einen Terroristen mit Beziehungen zu dem jordanischen Top-Terroristen Abu Mussab al-Sarkawi festgenommen. Er sei an mehr als 60 Sprengstoffanschlägen beteiligt gewesen.

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Verbindungsbüro der amerikanischen und irakischen Armee in Tikrit starben am Sonntag der Attentäter, ein irakischer Soldat und zwei Zivilisten. Ein Korrespondent des Nachrichtensenders Al-Arabija wurde verletzt, als Unbekannte am Samstag vor einem Restaurant in Bagdad das Feuer auf ihn eröffneten.

In Sadat al-Hindija südlich von Bagdad ermordeten Unbekannte einen Ex-Offizier, der unter Saddam Hussein eine wichtigen Position in der Baath-Partei bekleidet hatte und an der Niederschlagung des Schiiten-Aufstandes von 1991 beteiligt gewesen war. Nach Polizeiangaben war er vor dem Sturz des Saddam-Regimes nach Syrien geflohen und erst vor einigen Tagen zurückgekehrt. Es war das dritte Attentat auf einen Baathisten in der Region innerhalb einer Woche.

In Samarra wurden die Leichen von zwei bei der US-Armee als Vertragsarbeiter beschäftigten Irakern gefunden. In Bedschi befreite die Polizei zwei am Freitag entführte Ingenieure.



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