Bagdad Mehrere Tote und Hunderte Verletzte bei gewaltsamen Protesten

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften sind in Bagdad mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. 200 weitere Personen wurden verletzt.


Tausende Menschen waren in Bagdad zunächst friedlich auf die Straßen zusammen gekommen, um für eine Wahlreform und gegen Korruption zu demonstrieren. Der Protest der Anhänger des schiitischen Predigers Moktada al-Sadr schlug später in Gewalt um: Demonstranten und Sicherheitskräfte gerieten aneinander. Dabei sind sieben Menschen getötet worden. Mehr als 200 Menschen wurden bei der gewaltsamen Auflösung der Proteste nach Polizeiangaben verletzt.

Als Ursache für die Auseinandersetzung nannte die Polizei die Versuche mehrerer Demonstranten, die Absperrung zur hochgesicherten Grünen Zone zu durchbrechen. Daraufhin setzten die Beamten Tränengas und Gummigeschosse ein.

Der schiitische Prediger al-Sadr hatte seinen Anhängern zuvor geraten, sich den Absperrungen zur Grünen Zone zu nähern, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. In einer Erklärung warnte er sie aber davor, sie zu überschreiten. Er riet ihnen zudem, bis zum Sonnenuntergang auf den Straßen zu bleiben. In der Grünen Zone haben die Wahlkommission und zahlreiche weitere Institutionen ihren Sitz.

Unter den Todesopfern waren zwei Angehörige der Sicherheitskräfte und fünf Demonstranten. Bei der großen Mehrheit der Verletzten handelte es sich um Demonstranten. Mindestens elf Menschen erlitten schwerere Verletzungen. Regierungschef Haider al-Abadi kündigte eine Untersuchung an, um die Verantwortlichen für die Gewalt zu identifizieren.

Nach der gewaltsamen Auflösung der Demonstration sind mehrere Raketen im Regierungsviertel Bagdads eingeschlagen. Mehrere aus nördlichen Stadtteilen abgefeuerte Katjuscha-Raketen seien im Inneren der stark gesicherten Grünen Zone gelandet, teilte ein Behördensprecher am Samstag mit.

Die Zusammenstöße waren die tödlichsten seit dem Beginn der Protestbewegung unter al-Sadr. Seit Anfang 2015 gingen seine Anhänger immer wieder für politische Reformen auf die Straße. Im Irak finden im September Provinzwahlen statt - zu diesem Zeitpunkt endet auch das Mandat der derzeitigen Wahlkommission. Im kommenden Jahr wird im Irak ein neues Parlament gewählt.

pem/dpa/AFP



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