Bagdad Zehn Menschen sterben bei Autobombenanschlag

Bei einem Autobombenanschlag auf eine schiitische Moschee in Bagdad sind heute mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. 35 weitere Iraker wurden bei dem Anschlag im Osten der Hauptstadt verletzt, darunter mehrere Kinder.


Bagdad - Die Bombe sei während des Mittagsgebets vor der Al-Subeih-Moschee explodiert, sagte Polizeisprecher Ahmed Abud. Zur Zeit des Anschlags waren zahlreiche Gläubige auf dem Weg zum Freitagsgebet in der Moschee.

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurden heute in der Pilgerstadt Nadschaf 18 Opfer eines Massakers zu Grabe getragen. Wie Augenzeugen berichteten, schlossen sich rund 1000 Menschen dem Trauerzug für die ermordeten Schiiten aus Madain an, deren Leichen in den vergangenen zwei Tagen aus dem Tigris gezogen worden waren. Für das Blutbad in dem Dorf Madain südöstlich von Bagdad, bei dem nach offiziellen Angaben mehr als 50 Menschen getötet worden waren, sollen sunnitische Extremisten verantwortlich sein.

Bei einem Anschlag auf einen Konvoi starb nahe der nordirakischen Stadt Mossul ein US-Soldat. Aufständische hätten in Tall Afar einen Sprengsatz am Straßenrand gezündet, teilte ein Militärsprecher mit. Irakische Sicherheitskräfte nahmen gestern nordöstlich von Bagdad neun mutmaßliche Terroristen fest, darunter vier Saudis, wie das Büro des Ministerpräsidenten am Freitag mitteilte. Ein fünfter Verdächtiger aus Saudi-Arabien sei bei der Razzia erschossen worden.

Alawi sagt Beteiligung an Regierung ab

Ein Mitarbeiter des scheidenden irakischen Ministerpräsidenten Ijad Alawi erklärte unterdessen, Alawi und andere Abgeordnete seiner Irak-Liste wollten sich nicht an der neuen Regierung beteiligen. Allawi hatte vier Ministerien und einen Vizeregierungschef-Posten verlangt. Dies soll der designierte Ministerpräsident Ibrahim al-Dschafari abgelehnt haben.

Zwischen den Siegern der Parlamentswahl vom 30. Januar - Schiiten und Kurden - ist es über die Rolle Alawis zum Streit gekommen. Während die schiitische Allianz die mit dem Kurdenbündnis verabredete Aufteilung der Ministerien nicht mehr ändern will, wollen die Kurden einer Regierung ohne Beteiligung Alawis nicht zustimmen.

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