Balkan Steinmeier gegen Spaltung des Kosovo

Teilung unerwünscht: Außenminister Steinmeier ist gegen die Spaltung des Kosovo in einen serbischen und einen albanischen Teil. Stattdessen müssten alle Religionen und Ethnien friedlich miteinander leben können, sagte er nach einem Treffen mit seinem serbischen Amtskollegen Jeremic.


Berlin - Wegen der Geschichte Europas gebe es auf dem Kontinent keine Staaten mit nur einer ethnischen Gruppe, betonte Frank-Walter Steinmeier in Berlin. "Und mir scheint dies auch keine Perspektive für den westlichen Balkan zu sein." Stattdessen forderte er eine zügige Lösung im Streit über eine neue Resolution der Vereinten Nationen. Eine klare völkerrechtliche Grundlage sei für den Einsatz im Kosovo notwendig.

Protest: Ein albanischer Kosovare demonstriert gegen die Teilung seiner Heimat
AP

Protest: Ein albanischer Kosovare demonstriert gegen die Teilung seiner Heimat

Derzeit kämen die Verhandlungen allerdings nicht vom Fleck. Eine europäische Mission im Kosovo ohne Uno-Mandat sei jedoch nur schwer vorstellbar, betonte Steinmeier. Die Bundeswehr stellt mit rund 2200 Soldaten eines der größten Kontingente der von der Nato geführten Kosovo-Friedenstruppe Kfor.

Auch der serbische Außenminister Vuk Jeremic lehnt eine mögliche Teilung ab. Dies sei keine Lösung zur Stabilisierung der Region und bereits vor langer Zeit von der internationalen Gemeinschaft ausgeschlossen worden, erklärte er. Der Vorschlag von Uno-Sondervermittler Martti Ahtisaari sieht eine "überwachte Souveränität" des Kosovo vor, was jedoch sowohl Serbien als auch die Kosovaren ablehnen. Wegen der entgegen gesetzten Haltungen beider Parteien in der Statusfrage und der Unterstützung der Veto-Macht Russland für die serbische Position war eine einvernehmliche Lösung bisher nicht möglich. Die USA stehen eher hinter dem Streben der Kosovo-Albaner nach einem eigenen Staat.

Positiv äußerte Steinmeier sich über ein mögliches Assoziierungsabkommen Serbiens mit der Europäischen Union. Die Verhandlungen seien in Schwung gekommen, weil Serbien sich entschieden habe, die Zusammenarbeit mit dem internationalen Strafgerichtshof zu suchen, erklärte er. "Ich bin sehr dafür, dass wir uns in den nächsten Wochen und Monaten auf die konsequente Ausarbeitung dieses Assoziierungsabkommens konzentrieren." Deutschland werde das Land auf seinem europäischen Weg unterstützen.

now/AP/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.