Urteil in Baltimore Polizist vom Mordverdacht im Fall Freddie Gray freigesprochen

Der Polizist, in dessen Gewahrsam der Schwarze Freddie Gray lebensgefährlich verletzt wurde, ist in Baltimore in allen Anklagepunkt freigesprochen worden.

Black-Lives-Matter-Protest in Baltimore (Archivbild)
AP

Black-Lives-Matter-Protest in Baltimore (Archivbild)


Der Polizist Caesar R. Goodson, in dessen Gewahrsam der Schwarze Freddie Gray im April 2015 lebensgefährlich verletzt wurde, ist vom Verdacht des Mordes mit bedingtem Vorsatz freigesprochen worden.

Richter Barry Williams sprach das Urteil gegen den 46-jährigen Fahrer eines Polizeitransporters, in dem Gray nach der Fahrt mit gebrochenem Genick aufgefunden wurde. Die Anklage hatte Goodson vorgeworfen, er habe den an Händen und Füßen gefesselten Gray in dem Polizeitransporter nicht angeschnallt und nach der Fahrt keine Hilfe geholt.

Gray war damals festgenommen worden, weil er bei einer versuchten Polizeikontrolle die Flucht ergriff. Nachdem die Beamten ihn eingefangen hatten, fanden sie bei Gray weder Waffen noch Drogen, sondern nur ein Messer, dessen Besitz aber legal war.

Vor Gericht war verhandelt worden, ob Goodson und fünf andere Polizisten schuldig an Grays Tod waren. Die Anklage gegen Goodson war dabei die schwerwiegendste. Der Prozess gegen einen anderen Polizisten, William Porter, war bereits im Dezember gescheitert, weil sich die Jury nicht auf ein Urteil einigen konnte. Der zweite Angeklagte, Edward Nero, wurde Ende Mai in allen Anklagepunkten freigesprochen. Nach Goodson Freispruch wird nun wohl keiner der beteiligten Polizisten mehr zur Rechenschaft gezogen.

Grays Tod hatte damals schwerste Proteste in der mehrheitlich von Schwarzen bewohnten Metropole Baltimore ausgelöst. Nach dem Freispruch wird nun mit neuen Protesten gerechnet - auch weil die schwarze Staatsanwältin der Stadt zwei Wochen nach Grays Tod in einer emotionalen Rede versprochen hatte, "im Namen der Jugend Gerechtigkeit" herzustellen.

cht/Reuters/AP

insgesamt 32 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
2wwk 23.06.2016
1. Das Messer war nicht legal
Gray war erst Tage spaeter im Krankenhaus gestorben. Die Staatsanwaltschaft konnte keinen Punkt ihrer Anklage beweisen! Sie hatte sogar Beweismittel die sie nicht mochte unterschlagen
ihawk 23.06.2016
2. Politische Gerichtsurteile in den USA
Die Reaktion auf dieses 'Gerichtsurteil' wird wohl nicht lange auf sich warten lassen. Wie sagte doch so treffend Bernie Sanders: "We have a broken Justice System" ... Ich wäre allerdings erstaunt, wenn die Staatsanwaltschaft nicht in die nächste Instanz geht.
thrashmail 23.06.2016
3.
In Polizeigewahrsam Genick gebrochen. Freispruch. So, what else is new ?
alfons88 23.06.2016
4. As to be expected... !
Was zu erwarten war...
martin58 23.06.2016
5. Keiner wars gewesen
Die einzige Gerechtigkeit ist die Zahlung von knapp 6 millionen an die Anwaelte und Familie von Grey. Gerechtigkeit? Die Polizisten werden wieder eingestellt weil die Polizeigewerkschaft das will.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.