Südsudan Rebellenführer ist offenbar zu Friedensgesprächen bereit

Monate dauert der Konflikt im Südsudan schon an, nun ist offenbar ein Durchbruch gelungen: Rebellenführer Machar hat sich bereit erklärt, Präsident Kiir zu einem direkten Gespräch zu treffen.

Rebellenführer Machar: Erstes direktes Gespräch
AP/ UNMISS

Rebellenführer Machar: Erstes direktes Gespräch


Juba - Ein Ende der blutigen Kämpfe im Südsudan scheint näher zu rücken. Rebellenführer Riek Machar hat einem Gespräch mit Präsident Salva Kiir zugestimmt. Das berichtet Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Machar habe versprochen, an den Verhandlungen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba teilzunehmen, sagte Ban. Er hatte zuvor per Satellitentelefon mit Machar gesprochen, der sich an einem unbekannten Ort nahe der Grenze zu Äthiopien versteckt. Kiir hatte den geplanten Friedensgesprächen bereits zugestimmt.

Ban sagte, das Treffen solle am Freitag stattfinden. Es sei aber offen, ob Machar es so schnell nach Addis Abeba schaffe, weil er sich in "einer sehr entlegenen Gegend" befinde. Der Rebellenführer war geflohen, nachdem sein Hauptquartier am Wochenende von der Armee erobert worden war. Der Präsident hatte damals seinem früheren Stellvertreter vorgeworfen, einen Putsch zu planen. Machar warf Kiir daraufhin vor, einen Vorwand zu suchen, um seine Rivalen zu beseitigen.

Sollte das Treffen nun stattfinden, wäre es das erste direkte Gespräch zwischen Machar und Kiir seit Beginn der Kämpfe Mitte Dezember. Kommentatoren werteten allein die Ankündigung als möglichen Durchbruch. Die politische Rivalität zwischen ihnen wird allerdings noch dadurch verschärft, dass sie unterschiedlichen Volksgruppen angehören. Seit Beginn der Kämpfe wurden Tausende Menschen getötet und mehr als eine Million aus ihren Häusern vertrieben.

Bereits am Freitag hatte sich US-Außenminister John Kerry bei einem Besuch in Juba für die Gespräche zur Beilegung des blutigen Bürgerkriegs eingesetzt. Dabei sagte Kiir seine Teilnahme an einem Treffen mit seinem Rivalen unter äthiopischer Vermittlung zu. Auch Machar erklärte bei einem Telefonat mit Kerry seine grundsätzliche Bereitschaft zu Gesprächen, machte aber keine konkrete Zusage.

Tausende Menschen sind seit Ausbruch der blutigen Gewalt gestorben, rund eine Million wurde vertrieben.

vks/dpa/AFP

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