Bangladesch Regierungspartei gewinnt umstrittene Wahl

Bei den Wahlen in Bangladesch holt die regierende Awami-Liga die Zweidrittelmehrheit. Die wichtigste Oppositionspartei hatte die Wahl boykottiert. Mehr als 130 Wahllokale werden in Brand gesetzt. Die Wahlbeteiligung wird auf 20 Prozent geschätzt.

Brennende Wahlzettel in Bogra: Gewalt überschattet Wahlen in Bangladesch
DPA

Brennende Wahlzettel in Bogra: Gewalt überschattet Wahlen in Bangladesch


Dhaka - Die regierende Awami-Liga hat bei den Parlamentswahlen in Bangladesch eine komfortable Zweidrittelmehrheit geholt. Ihr Sieg stand allerdings schon vor der Wahl fest, da die größte Oppositionskraft, die Bangladesh Nationalist Party (BNP), die Abstimmung boykottierte. Mehr als die Hälfte der Sitze ging deswegen ohne Gegenkandidaten an die Awami-Liga.

Insgesamt habe die Partei von Premierministerin Scheich Hasina 232 der 300 Sitze erhalten, teilte die Wahlkommission am Montag mit. Die meisten anderen gingen an ihre Koalitionspartner. In acht Wahlkreisen muss neu gewählt werden, weil wegen der Gewaltwelle die Abstimmung gestoppt wurde. Die Wahlbeteiligung wurde auf 20 Prozent geschätzt.

Am Tag nach der Abstimmung am Sonntag, die von tödlicher Gewalt überschattet wurde, kamen nach Angaben der Polizei erneut vier Menschen ums Leben. Eine weitere Person starb an den Folgen der Verwundungen vom Vortag. Die Zahl der Toten liegt damit bei 23. Die Wahlbeteiligung wurde auf 20 Prozent geschätzt. Mehr als 130 Wahllokale wurden in Brand gesetzt.

Hintergrund der Gewalt ist ein erbitterter Machtkampf zwischen BNP-Chefin Khaleda Zia und Hasina. Beide Politikerinnen bestimmen seit mehr als 20 Jahren die Geschicke des verarmten Landes in Südostasien, das als Niedriglohnland eine Schlüsselrolle für die weltweite Textilindustrie spielt.

BNP-Anführer hatten ihre Anhänger vor der Wahl immer wieder dazu aufgerufen, die Abstimmung zu verhindern, Geschäfte geschlossen zu halten und Straßen und Schienen zu blockieren. Die große Mehrzahl der Menschen im Land akzeptiere die Wahl und ihre Ergebnisse nicht.

Auch die Awami-Liga zeigte sich unzufrieden. "Es fühlt sich nicht gut an, ohne Gegenkandidat zu gewinnen. Wir hätten uns gerne der Abstimmung gestellt, wenn die Opposition mit im Boot gewesen wäre", sagte die frühere Außenministerin Dipu Moni.

Die Europäische Union, die USA und das britische Commonwealth verzichteten deswegen auf die Entsendung von Wahlbeobachtern. Nur vier Beobachter aus Indien und Bhutan waren am Wahltag zugegen. Bei der Parlamentswahl 2008 hatten noch 585 ausländische Beobachter die Abstimmung überprüft.

fab/dpa/Reuters



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schelmig13 06.01.2014
1. bei einer...
Wahlbeteiligung von 20% kann man diesen Vorgang nicht als Wahl bezeichnen und die Parteien sollten zum Wohle der Bevölkerung sich auf ein Minimum an Verständniss einigen, denn bei diesem seit Jahrzehnten Armutsland können die politischen Unterschiede nicht sein!
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