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Gewalt Burmas missbrauchte Frauen

Aus Angst vor dem Militär sind Zehntausende Rohingya aus Burma ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Frauen der muslimischen Minderheit berichten von schrecklichen Verbrechen durch Soldaten. Fünf Schicksale.
Fareza, 17, im Flüchtlingscamp in Bangladesch

Fareza, 17, im Flüchtlingscamp in Bangladesch

Foto: Allison Joyce/ Getty Images

Soldaten, die in fremde Häuser eindringen und mit Fäusten und Gewehren auf die Menschen darin einschlagen. Die junge Mädchen und Frauen in dunkle Räume drängen und stundenlang vergewaltigen. Die nicht von ihren Opfern ablassen, bis sie bewusstlos sind.

Fareza, Nojiba, Jamilda, Nurkida und Nurjahan berichten der Fotografin Allison Joyce von dem Horror, der ihnen vom burmesischen Militär angetan worden sein soll. Sie gehören zu der muslimischen Minderheit der Rohingya, die in dem südostasiatischen Land seit Jahren gewaltsam unterdrückt wird. Nach dem Angriff auf Polizisten durch Muslime im Oktober jedoch eskalierte die Situation, das Militär führt "Säuberungen" in den Camps der Rohingya durch. Es gibt Berichte von Tötungen, Vergewaltigungen und niedergebrannten Hütten. Mehr als 65.000 Rohingya sind aus Angst vor der Gewalt schon in das Nachbarland Bangladesch geflohen.

Die fünf Frauen sind alle erst vor wenigen Wochen dort angekommen. Ihre Geschichten gleichen sich auf schmerzhafte Weise. "Sie fesselten mich mit Seilen an den Händen und Füßen, zogen mich aus und schlugen mich mit ihren Fäusten und Gewehren überallhin", erzählt Jamalida. "Drei Stunden lang wurde ich von vier Soldaten abwechselnd vergewaltigt, bis ich das Bewusstsein verlor." Sie ist 16 Jahre alt. Nurjahan wurde vor den Augen ihrer kleinen Tochter vergewaltigt. Fareza war schwanger, als die Soldaten sich an ihr vergingen.

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Rohingya: Burmas missbrauchte Frauen

Foto: Allison Joyce/ Getty Images

Die Regierung von Burma, die auch nach dem demokratischen Übergang 2015 noch stark vom Militär beeinflusst wird, ließ die Vorfälle untersuchen - kam aber vorerst zu dem Schluss, dass die Sicherheitskräfte keine Gewalt gegen Rohingya ausüben. Die Kommission unter Vorsitz eines ehemaligen Armeegenerals, der bis vor Kurzem auf Washingtons Schwarzer Liste stand, fand "ungenügende Hinweise" für Fälle von Vergewaltigung.

Die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi riegelt zudem den Bundesstaat Rakhine ab, in dem viele Rohingya leben. Weder Journalisten noch Hilfsorganisationen werden dorthin vorgelassen - mit katastrophalen Folgen für die Menschen. Auch internationaler Druck - etwa aus Malaysia, der Uno oder Menschenrechtsorganisationen - führten bislang zu keinem spürbaren Einlenken.