Arbeiterproteste in Bangladesch "Hängt die Mörder, hängt die Fabrikbesitzer"

Die Wut in Bangladesch ist nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes groß: Tausende Arbeiter fordern in der Hauptstadt Dhaka die Hinrichtung der Fabrikbesitzer. Noch immer werden 149 Menschen vermisst, mehr als 400 Leichen wurden aus den Trümmern geborgen.

AP

Dhaka - Die Trauer schlägt in Bangladesch nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Wut und Hass um. Tausende Arbeiter sind am Mittwoch auf die Straßen der Hauptstadt Dhaka gegangen. Sie forderten die Hinrichtung der Fabrikbesitzer. "Hängt die Mörder, hängt die Fabrikbesitzer", rief die Menge. Sie zog mit roten Bannern und Fahnen durch Dhaka.

Die Arbeiter seien wütend über den "Mord" an ihren Kollegen, sagte Kamrul Anam, ein Anführer einer Textilarbeitergewerkschaft. "Wir wollen die härtestmögliche Bestrafung für die Verantwortlichen dieser Tragödie."

413 Leichen geborgen

Noch sind nicht alle Opfer des Unglücks geborgen. Eine Woche nach dem Einsturz des achtstöckigen, illegal errichteten Gebäudes mit fünf Werkstätten nahe Dhaka werden noch immer 149 Menschen vermisst, sagte Armeegeneral Chowdhury Hassan. Nach Angaben der Armee wurden bereits 413 Leichen aus den Trümmern geborgen.

Zum Unglückszeitpunkt sollen sich etwa 3000 Menschen in der Fabrik aufgehalten haben. Es war der schlimmste Industrieunfall in Bangladeschs Geschichte. Mehr als 2400 Menschen wurden verletzt. Arbeiter berichteten nach dem Einsturz, das Gebäude sei nach der Entdeckung von Rissen am Vortag evakuiert worden, doch hätten die Manager sie zur Rückkehr gezwungen.

Bisher wurden sieben Menschen, darunter der Besitzer des Gebäudes und mehrere Ingenieure, wegen fahrlässiger Tötung festgenommen. Der Eigentümer wurde am Montag erstmals vor Gericht angehört, er war zuvor an der Grenze zu Indien festgenommen worden. Bei Protesten kam es wiederholt zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei.

EU über Arbeitsbedingungen besorgt

Die EU forderte Bangladesch unterdessen auf, internationale Sicherheitsstandards einzuhalten. Dhaka müsse "sofort handeln", erklärten die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und der EU-Handelskommissar Karel De Gucht am Dienstagabend in Brüssel. Die Arbeitsbedingungen in den Fabriken des südasiatischen Landes böten sowohl sicherheits- als auch gesundheitstechnisch großen Anlass zur Sorge.

Brüssel erwäge eine "angemessene Reaktion" auf dem Gebiet der Handelserleichterungen für Bangladesch. Die EU erhebt aufgrund eines speziellen Programms für arme Länder keine Zölle für die meisten Produkte aus Bangladesch. Nun würden Anreize erwogen, um ein verantwortliches Verhalten bei Herstellern zu fördern, hieß es in der Mitteilung.

Weniger als 40 Dollar im Monat

Die Textilindustrie ist in dem südasiatischen Land ein bedeutender Wirtschaftszweig. Dieser erzeugt rund 80 Prozent der nationalen Exporte. Da viele Arbeiter, insbesondere Frauen, für weniger als 40 Dollar im Monat arbeiten, können ausländische Konzerne hier billig produzieren.

Zwei westliche Firmen hatten bereits ihre Unterstützung für die Opfer der eingestürzten Textilfabrik angekündigt. Die kanadische Supermarktkette Loblaw erklärte, die Betroffenen und ihre Familien sollten "jetzt und in der Zukunft" Hilfe erhalten. Einen konkreten Betrag nannte das Unternehmen zunächst nicht. Zuvor hatte schon die britische Billigtextilkette Primark Unterstützung für die Opfer zugesagt. Die spanische Kleidermarke Mango erklärte hingegen, sie habe in einer der Werkstätten lediglich Muster fertigen lassen. Der italienische Konzern Benetton bestätigte eine "einmalige Bestellung" in der Fabrik.

heb/AFP/dpa/Reuters

insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
prince62 01.05.2013
1. Der Kapitalismus ist am Ende, ohne jede Zukunft.
Zitat von sysopAPDie Wut in Bangladesch ist nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes groß: Tausende Arbeiter fordern in der Hauptstadt Dhaka die Hinrichtung der Fabrikbesitzer. Noch immer werden 149 Menschen vermisst, mehr als 400 Leichen wurden aus den Trümmern geborgen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/bangladesch-tausende-arbeiter-fordern-hinrichtung-von-fabrikbesitzern-a-897556.html
Diese Frauen schufteten für 14 Cent pro Stunde, in Deutschland werden Arbeitssuchende durch die Arbeitsagenturen genötigt, Arbeiten anzunehmen, bei denen selbst ein 8 Stundentag nicht zum Leben reicht und deshalb der Stuerzahler noch aufstocken muß, dann liest man hier, daß die Chefin von Google sage und schreibe 37 Millionen Dollar pro Jahr kassiert, wer jetzt noch der Überzeugung ist, daß der Kapitalismus ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem darstellt, dem ist nicht mehr zu helfen, nur noch zu schaden. Reichtum und unermeßlicher Reichtum einiger weniger kann nur durch Armut und unermeßliche Armut vieler zustande kommen.
movfaltin 01.05.2013
2. Eeendlich
Endlich finden sich die entrechteten Werker Bangladeschs zusammen - und hoffentlich statuiert die Justiz ein Exempel. Erst dann, erst wenn Bangladesch und die ganzen Drittweltländer, in denen zu unsozialen Bedingungen produziert wird, höhere Sozial- und Arbeitsstandards haben - erst dann kann Deutschland mit seiner nächsten Hartz IV-Reform, sozial kaschiert durch die Einführung eines Mindestlohnes von ca. EUR 0,80 pro Arbeitsstunde (Toiletten- und sonstige Pausen ausgenommen), auch diese Mitstreiter im globalen Bewerb um Billigkeit abhängen. Drum juble auf, Genosse Peer, und stoße bei einem Gläschen Château Lafite-Rothschild mit an. Auf die Zukunft Deutschlands und seiner Einwohner: Deutschland wird langsam wieder konkurrenzfähig!
Battlemonk 01.05.2013
3.
Die sollen die Ingenieure in Ruhe lassen die können nix dafür wenn der Fabrikbesitzer fehler macht. Dass das Gebäude eingestürzt ist ist schade aber so etwas passiert nun mal.
deppenschreck 01.05.2013
4.
Zitat von movfaltinEndlich finden sich die entrechteten Werker Bangladeschs zusammen - und hoffentlich statuiert die Justiz ein Exempel. Erst dann, erst wenn Bangladesch und die ganzen Drittweltländer, in denen zu unsozialen Bedingungen produziert wird, höhere Sozial- und Arbeitsstandards haben - erst dann kann Deutschland mit seiner nächsten Hartz IV-Reform, sozial kaschiert durch die Einführung eines Mindestlohnes von ca. EUR 0,80 pro Arbeitsstunde (Toiletten- und sonstige Pausen ausgenommen), auch diese Mitstreiter im globalen Bewerb um Billigkeit abhängen. Drum juble auf, Genosse Peer, und stoße bei einem Gläschen Château Lafite-Rothschild mit an. Auf die Zukunft Deutschlands und seiner Einwohner: Deutschland wird langsam wieder konkurrenzfähig!
Diese Leute da, die reicher sind als Sie, sind das natürlich nur, weil sie skrupelloser sind. Nicht etwa weil sie intelligenter und fleißiger sind als Sie.
tutnet 01.05.2013
5. @prince62
Yahoo nicht Google! Ok heute ist der "Kampftag der Arbeiterklasse", aber wer lesen kann und das Gelesene auch noch versteht, ist klar im Vorteil
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