Obama über G7-Kollegen "Trump macht sie nervös - aus gutem Grund"

Die Aussicht auf Donald Trump als neuen US-Präsidenten sorgt für Unbehagen bei den G7-Regierungschefs. Das verriet Barack Obama in Japan.

Regierungschef der G7
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Der politische Aufstieg von Donald Trump ist auch Gesprächsthema beim G7-Gipfel in Japan. Das erzählte US-Präsident Barack Obama im Tagungsort Ise-Shima.

Der Wahlkampf in den USA stoße bei den Staats- und Regierungschefs auf großes Interesse, sagte Obama. "Man kann schon sagen, dass sie überrascht sind über den Kandidaten der Republikaner", so der US-Präsident. "Sie wissen nicht, wie ernst sie einige seiner Aussagen nehmen sollen. Aber es macht sie nervös, und das aus gutem Grund."

Viele von Trumps Äußerungen "demonstrieren entweder eine Unkenntnis der Weltangelegenheiten oder eine nachlässige Haltung oder ein Interesse an schnellen Schlagzeilen", sagte Obama. Die großen Länder der Welt verfolgten die Wahl in den USA "mit sehr großer Aufmerksamkeit".

Trump ist nicht der einzige, den man auf dem Gipfel offenbar lieber nicht sehen möchte: Martin Selmayr, Büroleiter des EU-Kommissionschefs Jean-Claude Juncker, bezeichnete die mögliche Teilnahme des republikanischen US-Präsidentschaftsbewerbers und des britischen EU-Kritikers Boris Johnson an einem G7-Treffen als Horrorszenario.

Trump profiliert sich im US-Wahlkampf mit provokanten Äußerungen; so griff er unter anderem Muslime und Mexikaner an. Aller Voraussicht nach wird ein Parteitag der Republikaner Trump im Juli offiziell zum Präsidentschaftskandidaten küren. Der Nachfolger von Obama wird im November gewählt.

cte/AFP

insgesamt 24 Beiträge
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Wolfgang Heubach 26.05.2016
1. Zur Merkel-Lösung greifen
Ist doch alles ganz einfach: Falls Herr Trump Präsident werden sollte, zur Merkel-Lösung greifen. Wie die aussieht: Sanktionen gegen die USA, und aus dem G7- einen G6-Gipfel machen. Frei nach dem Kinder-Abzählreim ...
nach-mir-die-springflut 26.05.2016
2.
"Great minds discuss ideas; average minds discuss events; small minds discuss people." ~ Eleanor Roosevelt
HansGnodtke 26.05.2016
3. Schlechter Stil
Das wird Trump im Zweifel nützen. Es gibt aus gutem Grund eine Tradition in fast allen demokratischen Staaten, wonach Politiker bei Auslandsreisen die Innenpolitik zu Hause lassen. Man betreibt auf internationalen Konferenzen keine Innenpolitik und mobilisiert auch nicht ausländische Kollegen, um auf den Wahlkampf daheim Einfluß zu nehmen. Die Amerikaner moegen das auch nicht und werden im Zweifel mit "jetzt erst recht" reagieren. Die Deutschen täten das vermutlich auch und genauso töricht wäre es, wenn Cameron in der Auseinandersetzung um den Brexit im Ausland versuchen würde, mit Hilfe seiner europäischen Kollegen seine Innenpolitischen Gegener zu diskreditieren. Was immer die Absicht Obamas war, so gehts sicher nicht!
tailspin 26.05.2016
4. Zitat
"2017 with Trump, Le Pen, Boris Johnson, Beppe Grillo? A horror scenario that shows well why it is worth fighting populism. #withJuncker" Seit wann hat Herr Juncker irgendeine Glaubwuerdigkeit, so dass er zitiert werden muesste?
M. Michaelis 26.05.2016
5.
Vieleicht wäre es ja mal ganz gut wenn ein unkonventioneller Präsident an der Spitze der USA die Rituale etwas durcheinanderwirbeln würde. Alptraum oder Chance. Das ist die Frage.
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