US-Wahlen Obama wirft Trump Panikmache beim Thema Einwanderung vor

Der frühere US-Präsident Barack Obama kritisiert Donald Trump für seine drastische Wahlkampfrhetorik - damit wolle er nur von seiner Regierungsbilanz ablenken. Hollywoodstars rufen derweil zum Urnengang auf.

Barack Obama
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Ex-Präsident Barack Obama hat seinem Amtsnachfolger Donald Trump und den Republikanern vorgeworfen, im Wahlkampf bewusst Ängste vor Migranten zu schüren. "Sie erzählen euch, dass ein Haufen armer Flüchtlinge Tausende Meilen entfernt eine existentielle Bedrohung für Amerika darstellt", sagte der Demokrat bei einer Wahlkampfveranstaltung in Miami.

Es sei "politische Show", dass Trump wegen der Migranten Soldaten an die Grenze zu Mexiko schicke, fügte Obama hinzu. Es gehe den Republikanern nur darum, mit Panikmache von ihrer eigenen Regierungsbilanz abzulenken.

Derzeit sind Tausende Menschen aus Mittelamerika in mehreren Gruppen auf dem Weg durch Mexiko in Richtung der US-Grenze. Sie sind aber noch etwa 1300 Kilometer Luftlinie von den USA entfernt. Trump hat das Pentagon wegen der Migranten angewiesen, Soldaten an die Grenze zu schicken. Sie sollen den Grenzschutz bei logistischen Aufgaben unterstützen. Migranten festnehmen dürfen sie nicht.

"Wir werden diese Leute für lange Zeit festnehmen"

Trump hatte am Donnerstag gesagt, sollten die Migranten gewalttätig werden und Steine schmeißen, würden die Soldaten "zurückschlagen". Er habe dem Militär gesagt, dass sie Steinwürfe so behandeln sollten, als würden die Migranten Waffen tragen und deutete damit an, dass die Soldaten das Feuer auf die Menschen eröffnen könnten, sagte dies aber nicht explizit.

Inzwischen distanzierte er sich jedoch wieder von seinen Äußerungen. "Sie werden nicht schießen müssen. Was ich nicht will, ist, dass diese Leute Steine schmeißen", sagte der US-Präsident am Freitag auf Fragen von Journalisten. "Wir werden diese Leute schnell und für lange Zeit festnehmen", fügte er hinzu.

Trump setzt das Thema Migration gezielt im Wahlkampf für die Kongresswahlen am kommenden Dienstag ein (Lesen Sie hier eine ausführliche Analyse). Er spricht dabei von einer "Invasion" und einer Gefahr für die nationale Sicherheit der USA.

Di Caprio und Pitt rufen zum Wählen auf

Die Stimmung vor den Kongresswahlen ist zunehmend angespannt. Die US-Schauspieler Leonardo DiCaprio (43) und Brad Pitt (54), die derzeit für den Quentin-Tarantino -Film "Once Upon A Time in Hollywood" vor der Kamera stehen, rufen gemeinsam zum Wählen auf. In einer Videobotschaft wenden sich die Hollywoodstars an die US-Bürger, am 6. November zur Wahlurne zu gehen. Es gehe um die Zukunft unseres Landes, sagt DiCaprio darin.

"Diese Wahl könnte die Wichtigste unseres Lebens sein", erklärt der Oscar-Preisträger und verweist auf Themen wie Umweltschutz, Gesundheitsfürsorge, Einwanderung und strikteres Waffenrecht.

"Bitte verschafft euch Gehör", appelliert Pitt. Er fordert die Zuhörer auf, aktiv zu werden, an Türen zu klopfen und Wähler zu mobilisieren.

dpa/tin



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