Bluttaten in El Paso und Dayton Obama verurteilt "Klima aus Angst und Hass"

Nach den jüngsten Massakern in den USA hat der ehemalige Präsident Barack Obama eine Sprache angeprangert, die "Angst und Hass schürt". Indirekt sprach er auch seinen Nachfolger Donald Trump an.

Barack Obama kritisierte indirekt seinen Nachfolger
Jörg Carstensen / DPA

Barack Obama kritisierte indirekt seinen Nachfolger


Erst äußerte sich US-Präsident Donald Trump zu den offenbar rassistisch motivierten Bluttaten in El Paso und Dayton, dann zog sein Vorgänger Barack Obama via Twitter nach. Er verurteilte eine von manchen Politikern genutzte Sprache der Angst und des Hasses, was durchaus als Kritik an Trump verstanden werden könnte. Mehrfach waren dessen Aussagen in den vergangenen Wochen als rassistisch kritisiert worden.

"Wir müssen eine Sprache entschieden ablehnen, die aus den Mündern unserer Anführer kommt und ein Klima aus Angst und Hass schürt oder rassistische Vorurteile normalisiert", schrieb Obama, ohne einen von ihm gemeinten Politiker namentlich zu nennen.

Obama forderte zudem ein entschlossenes Handeln für eine restriktivere Waffengesetzgebung. Er räumte ein, dass kein Gesetz alle Gewalttaten verhindern könne. "Aber es gibt Belege dafür, dass sie einige der Tötungen verhindern können. Sie können einigen Familien ein gebrochenes Herz ersparen", schrieb Obama. Alle Amerikaner sollten von ihren Politikern eine Änderung der Waffengesetze verlangen. Sonst werde es immer wieder solche Tragödien wie zuletzt im texanischen El Paso geben.

Am Samstag hatte ein 21-jähriger Weißer in einem Einkaufszentrum in El Paso das Feuer eröffnet. Er tötete 22 Menschen, darunter mehrere Mexikaner. Der mutmaßliche Täter stellte sich der Polizei. Die Ermittler gehen von einem rassistischen Tathintergrund aus. Wenige Stunden nach dem Massaker von El Paso erschoss ein 21-Jähriger in Dayton in Ohio neun Menschen. Er wurde anschließend von der Polizei erschossen. Die Ermittler überprüfen, ob er aus rassistischen Motiven handelte.

ptz/dpa



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