US-Bundespolizei Republikaner Comey wird neuer FBI-Chef

Er ist Republikaner und war ein streitbares Mitglied der Bush-Regierung: Nun steigt James Comey an die Spitze der US-Bundespolizei FBI auf. Am Freitag wird Barack Obama den Juristen offiziell nominieren.
Designierter FBI-Chef Comey (Archivbild): Ein Republikaner an der Spitze der Bundespolizei

Designierter FBI-Chef Comey (Archivbild): Ein Republikaner an der Spitze der Bundespolizei

Foto: MOLLY RILEY/ REUTERS

Washington/Hamburg - Am Freitag nominiert US-Präsident Barack Obama einen neuen FBI-Chef. Er wird James Comey heißen. Der 52-Jährige soll im September Robert Mueller ablösen, der die Bundespolizei zwölf Jahre lang leitete. Dies teilte das Weiße Haus am Donnerstag mit und würdigte den designierten Behördenleiter als "einen der begabtesten und am meisten respektierten Sicherheits- und Rechtsexperten des Landes".

Die Personalie ist wegen der Rolle des Republikaners Comey in der Regierung von George W. Bush bemerkenswert. Von 2003 bis 2005 war er stellvertretender Generalstaatsanwalt. Für Aufsehen sorgte er, als er sich während seiner Amtszeit offen gegen die Verlängerung eines Regierungsprogrammes wandte, mit dem das Abhören von Telefongesprächen in den USA ohne besondere Genehmigung erlaubt war.

Comeys damaliger Ressortchef John Ashcroft lag zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus. Nachdem Comey mit seinem Rücktritt gedroht hatte, lenkte Bush ein und verfügte Änderungen an dem Programm. Seitdem gilt Comey als ein Mann, der die Integrität seines Amtes gegen politischen Druck verteidigt.

Im Jahr 2005 verließ er das Justizministerium und fing als Berater bei der US-Rüstungsfirma Lockheed Martin an. Später war er beim Hedgefonds Bridgewater Associates tätig. In diesem Jahr wechselte er zur Columbia Universität, wo er an der juristischen Fakultät lehrt.

Um seinen neuen Job beim FBI anzutreten, muss Comey noch formal vom US-Senat bestätigt werden.

syd/dpa/AFP
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