Trauermarsch in Paris Obama entschuldigt sich für sein Fehlen

Weltweit hagelte es Kritik, nun entschuldigt sich Barack Obama für sein Fehlen beim Trauermarsch in Paris. Als Grund nennt sein Sprecher Sicherheitsstandards, die bei Auslandsreisen des US-Präsidenten zu beachten seien.
Trauermarsch in Paris: Fast alle waren sie da - nur Obama nicht

Trauermarsch in Paris: Fast alle waren sie da - nur Obama nicht

Foto: ERIC FEFERBERG/ AFP

Washington - Die US-Regierung hat sich dafür entschuldigt, keinen hochrangigen Vertreter zum Gedenkmarsch nach Paris geschickt zu haben. "Wir hätten jemanden mit einem höheren Profil schicken sollen", gestand Präsident Barack Obamas Sprecher Josh Earnest ein.

Earnest begründete Obamas Abwesenheit mit umfassenden Sicherheitsvorschriften, die bei Besuchen des US-Präsidenten zu beachten seien, und betonte, dass die Planung für den Marsch in Paris erst Freitagabend begonnen habe. In jedem Fall stünden die USA aber hinter den Franzosen. Den Marsch mit mehr als 1,5 Millionen Menschen bezeichnete er als bemerkenswert. Landesweit waren in Frankreich am Sonntag sogar mehr als drei Millionen Menschen auf der Straße, um den Opfern der Terroranschläge zu gedenken.

Präsident Obama war für seine Abwesenheit beim Trauermarsch in Paris kritisiert worden. Zwar hielt sich US-Justizminister Eric Holder zu Gesprächen mit Sicherheitsvertretern in der französischen Hauptstadt auf, bei dem Solidaritätsmarsch wurden die USA allerdings nur durch Botschafterin Jane Hartley vertreten.

An dem Marsch hatten an der Seite von Frankreichs Präsident François Hollande mehr als 40 Staats- und Regierungschefs teilgenommen.

Neben Obama steht auch Israels Premier Benjamin Netanyahu in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, er habe sich selbst zu der Gedenkveranstaltung eingeladen.

Dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hingegen passt es grundsätzlich nicht, dass der israelische Ministerpräsident in Paris war. Er könne "nur schwer verstehen", wie Netanjahu es habe "wagen" können, dorthin zu fahren, pestete Erdogan laut Nachrichtenagentur AFP. Erdogan äußerte sich nach einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, der ebenfalls an dem Gedenkmarsch am Sonntag teilgenommen hatte.

Als Begründung für seine Angriffe sagte Erdogan, Netanjahu sei für "Staatsterrorismus" gegen die Palästinenser verantwortlich. Er frage sich, wie ein "Individuum, das Staatsterrorismus verübt", in die Menge winken könne, so als ob "die Menschen sehr begeistert auf ihn warten", sagte Erdogan mit Blick auf den jüngsten Gaza-Krieg. Erdogan ist bekannt für heftige verbale Attacken gegen Israel und Netanjahu.

kbl/AFP/dpa/Reuters
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