US-Wahlkampf Obama spricht sich erstmals für Homo-Ehe aus

Es dauerte lange - aber jetzt hat Barack Obama als erster US-Präsident die Legalisierung der Schwulenehe ausdrücklich befürwortet. Seine Meinung zu dem Thema habe sich verändert, sagte der US-Präsident. Vor vier Jahren hatte er sich noch dagegen gewandt.
Barack Obama mit seiner First Lady Michelle: Entwicklung abgeschlossen

Barack Obama mit seiner First Lady Michelle: Entwicklung abgeschlossen

Foto: Eva Russo/ AP

Washington - Endlich bezieht er Stellung: US-Präsident Barack Obama hat sich als erster US-Präsident für eine Legalisierung der Homo-Ehe ausgesprochen. "Für mich persönlich ist es wichtig, voranzugehen und zu betonen, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten können sollten", sagte Obama am Mittwoch in einem Interview im Fernsehsender ABC.

Seine Meinung darüber habe sich im Laufe der Jahre geändert, sagte Obama. Er habe in den vergangenen Jahren viele Gespräche über dieses Thema geführt. "Ich habe in Bezug auf die Homo-Ehe gezögert, zum Teil, weil ich dachte, dass die gleichgeschlechtliche Partnerschaft ausreichend ist", sagte Obama im Interview. "Mir war bewusst, dass für viele Menschen der Begriff 'Ehe' etwas ist, das mächtige Traditionen beinhaltet, religiöse Überzeugungen und so weiter."

In den vergangenen Tagen war der Druck auf Obama deutlich gewachsen, nachdem sein Vize Joe Biden am vergangenen Wochenende verkündet hatte, er fühle sich "absolut wohl" mit einer Anerkennung der Homo-Ehe. Bildungsminister Arne Duncan zog einen Tag später nach und begrüßte ebenfalls die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe.

Obama hatte sich bislang zwar gegen eine Diskriminierung ausgesprochen, aber nicht für die Homo-Ehe - mit einer Ausnahme: 1996, ganz zu Anfang seiner politischen Karriere, äußerte er sich positiv dazu. Als Präsidentschaftskandidat vor vier Jahren sprach er sich jedoch wieder gegen eine Eheschließung zwischen Homosexuellen aus. Zuletzt hatte das Weiße Haus stets erklärt, dass sich die Haltung des Präsidenten in dieser Frage "noch entwickelt".

Seine jetzige Entscheidung, endlich Farbe zu bekennen und damit dem Druck der Bürgerrechtsgruppen nachzugeben, könnte vor allem in Hinblick auf die Präsidentschaftswahl im November Signalwirkung haben.

Bislang suchte Obama den Mittelweg. So hat er das Schwulenverbot im Militär abgeschafft und sich von einem 1996 unter Bill Clinton erlassenen Gesetz gegen die Homo-Ehe distanziert. Auch hat er mehrfach Schwulenaktivisten ins Weiße Haus eingeladen.

vks/AFP/dpa/dapd/