Brief der Obama-Regierung Transgender-Schüler sollen Toilette selbst aussuchen

Das "Toilettengesetz" von North Carolina schreibt Transgender-Schülern vor, welches Klo sie benutzen müssen. Die Obama-Regierung kämpft dagegen - und verschickt nun eine Empfehlung an alle Schulen.
Gender-neutrale Toilette

Gender-neutrale Toilette

Foto: LUCY NICHOLSON/ REUTERS

Wer darf welche Toilette benutzen? Über diese Frage wird in den USA hitzig debattiert. Nun schaltet sich die Regierung von Präsident Barack Obama ein: Nach einem Bericht der "New York Times"  wird sie alle öffentlichen Schulen des Landes anweisen, dass Transgender-Schüler die Toilette benutzen dürfen, die ihrer geschlechtlichen Identität entspricht.

Ausgelöst hatte die Diskussion das "Toilettengesetz" im Bundesstaat North Carolina. Dieses zwingt Transgender dazu, das WC zu benutzen, das ihrem in der Geburtsurkunde festgehaltenen Geschlecht entspricht. Das republikanisch dominierte Parlament hat einen entsprechenden Entwurf verabschiedet - angeblich zum "Schutz der Privatsphäre".

Nach der Verabschiedung des Gesetzes hatte sich eine nationale Gegenbewegung gebildet: Aus Protest sagten Rockbands wie Pearl Jam geplante Konzerte in North Carolina ab, Produktionsfirmen aus Hollywood stoppten Filmprojekte in dem Bundesstaat. Sie werfen dem Parlament von North Carolina vor, Transsexuelle gezielt zu diskriminieren - und fordern, dass der Staat das Gesetz zurücknimmt.

Das US-Justizministerium hatte am Montag Klage gegen das "Toiletten-Gesetz" eingereicht. Nun folgte ein Brief aus den Ministerien für Bildung und Justiz an alle mit Bundesmitteln geförderten Schulen in den USA. Die Handlungsanleitung für Lehrer und Eltern soll verhindern, dass Transgender diskriminiert werden. Rechtlich bindend ist das Schreiben allerdings nicht.

"In unseren Schulen gibt es keinen Platz für Diskriminierung jedweder Art, auch nicht gegen Transgender-Schüler", sagte US-Generalstaatsanwältin Loretta Lynch.

"Kein Schüler sollte jemals die Erfahrung machen müssen, sich unwohl und unwillkommen an seiner Schule oder auf dem Uni-Campus zu fühlen", sagte Bildungsminister John King. "Wir müssen sicherstellen, dass die jungen Leute wissen, dass sie, wo auch immer sie herkommen oder wer sie sind, alle Möglichkeiten haben, eine gute Ausbildung zu bekommen. Und das in einem Umfeld, das frei von Diskriminierung und Herabwürdigung ist."

vks/Reuters
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