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20. Dezember 2013, 07:39 Uhr

Unruhen in Afrika

Obama warnt vor Bürgerkrieg im Südsudan

Barack Obama fordert ein Ende des Blutvergießens im Südsudan. Zum Schutz eigener Bürger und Einrichtungen schickt der US-Präsident Soldaten in den afrikanischen Krisenstaat. Bei einem Rebellenangriff auf einen Uno-Stützpunkt wurden drei indische Uno-Soldaten getötet.

Juba/Washington - US-Präsident Barack Obama hat eindringlich an die Konfliktparteien im Südsudan appelliert, ihren Machtkampf friedlich auszutragen. "Der Südsudan steht am Abgrund. Die jüngsten Kämpfe drohen das Land in die dunklen Tage seiner Vergangenheit zurückzuführen", sagte Obama am Donnerstagabend in Washington.

Kämpfe, die dazu dienten, politische Rechnungen zu begleichen oder die Regierung zu destabilisieren, müssten umgehend gestoppt werden, forderte Obama. Zu viel Blut sei bereits vergossen worden.

In einem Brief an die Spitzen des US-Kongresses teilte Obama zudem die Entsendung von rund 45 Soldaten mit. Diese seien bereits am Mittwoch aufgebrochen, um die US-Bürger und die Botschaft im Südsudan zu schützen. Sie sollten so lange wie nötig dort bleiben.

Die Kämpfe in dem afrikanischen Land waren vergangene Woche ausgebrochen. Mehrere hundert Menschen sollen den Gefechten zwischen Anhängern des südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar mittlerweile zum Opfer gefallen sein.

Angreifer töten indische Blauhelme

Am Donnerstag kamen bei einem Angriff auf einen Uno-Stützpunkt drei indische Soldaten der internationalen Friedenstruppe Unmiss ums Leben. Es sind die ersten Opfer auf Seiten der Blauhelmmission seit Ausbruch der Unruhen.

Die Soldaten wurden bei einer Attacke auf das Lager in Akobo in der Provinz Jonglei getötet. In der Basis haben mehr als 10.000 Menschen Zuflucht gesucht. Auch unter ihnen soll es Tote und Verletzte geben. "Es gibt Hinweise darauf, dass möglicherweise Zivilisten bei dem Angriff verletzt oder getötet wurden", hieß es in einer im Namen von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon verbreiteten Mitteilung.

Zum Zeitpunkt des Angriffs hielten sich nach Angaben von Unmiss 43 indische Blauhelme, sechs Uno-Berater der Polizei und zwei zivile Mitarbeiter der Vereinten Nationen in dem Lager auf. Insgesamt sollen bereits etwa 35.000 Menschen in Uno-Einrichtungen Schutz gesucht haben.

Die Uno fürchtet, dass sich die Kämpfe zu einem Bürgerkrieg zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen ausweiten könnten. Präsident Kiir gehört der in der Regierungspartei und früheren Rebellentruppe SPLM (Sudanesische Volksbefreiungsbewegung) vorherrschenden Volksgruppe der Dinka an, sein Rivale Machar ist ein Nuer.

Eine Transall-Transportmaschine der Bundeswehr soll am Freitag rund hundert Deutsche im Südsudan abholen. Bereits am Donnerstag war nach Angaben eines Bundeswehrsprechers der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Hans-Werner Fritz, mit einem kleinen Passagierflugzeug ins ugandische Entebbe ausgeflogen worden. Er war mit drei weiteren Soldaten im Südsudan, um die 16 Bundeswehrsoldaten zu besuchen, die sich dort an einem Uno-Friedenseinsatz beteiligen. Der Rückflug war eigentlich für Dienstag geplant, musste wegen der Unruhen aber gestrichen werden.

syd/dpa/AFP

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