Prozess Massendemonstration für katalanische Unabhängigkeitsführer

Bis zu 25 Jahre Haft - das droht zwölf katalanischen Unabhängigkeitsführern. In Barcelona sind 200.000 Menschen dagegen auf die Straße gegangen.
Demonstration in Barcelona

Demonstration in Barcelona

Foto: JUAN MEDINA/ REUTERS

Aus Protest gegen den Prozess gegen zwölf katalanische Unabhängigkeitsführer sind in Barcelona nach Polizeiangaben 200.000 Menschen auf die Straße gegangen. "Selbstbestimmung ist kein Verbrechen", stand auf einem großen Banner. Angeführt wurde der Protestzug von dem katalanischen Regionalpräsidenten Quim Torra.

Die Organisatoren sprachen von 500.000 Teilnehmern. Die Demonstranten schwenkten die Fahne der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung und trugen Banner mit der Aufschrift "Freiheit für politische Gefangene".

Angeklagte weisen alle Vorwürfe zurück

Zwölf Anführern der Unabhängigkeitsbewegung wird seit Dienstag vor dem Obersten Gerichtshof in Madrid der Prozess gemacht, ihnen drohen langjährige Haftstrafen. Dem ehemaligen Vize-Regionalpräsidenten Kataloniens, Oriol Junqueras, sowie elf weiteren Unabhängigkeitsführern wird vorgeworfen, im Oktober 2017 ein von der spanischen Justiz als illegal eingestuftes Unabhängigkeitsreferendum organisiert zu haben. Der damalige Regionalpräsident Carlos Puigdemont erklärte im Anschluss die Loslösung Kataloniens von Spanien. Die Staatsanwaltschaft fordert für neun der Beschuldigten zwischen 16 und 25 Jahre Haft.

Fotostrecke

Fotostrecke: Das sind die Angeklagten im Katalonien-Prozess

Foto: Pablo Blazquez Dominguez/ Getty Images

Die damals konservative Zentralregierung stellte die Region daraufhin unter Zwangsverwaltung und ließ mehrere Unabhängigkeitsbefürworter inhaftieren. Die Angeklagten, von denen einige seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft sitzen, weisen alle Vorwürfe vehement zurück.

Der Prozess ist auf drei Monate angesetzt und wird live im Fernsehen übertragen. Hunderte Zeugen sollen gehört werden, darunter Spaniens konservativer Ex-Ministerpräsident Mariano Rajoy. Mit einem Urteil wird nicht vor Juli gerechnet.

sth/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.