Katalonien Erneut Massenproteste gegen Separatisten-Urteile in Barcelona

Auch am zweiten Tag nach den Urteilen gegen katalanische Separatistenführer ist es in Barcelona zu heftigen Protesten gekommen. Die Polizei ging hart gegen Demonstranten vor.
Ein Demonstrant versucht, eine Polizeiabsperrung zu Fall zu bringen

Ein Demonstrant versucht, eine Polizeiabsperrung zu Fall zu bringen

Foto: Alex Caparros/Getty Images

In Katalonien haben wieder Zehntausende Demonstranten gegen die Gerichtsurteile für neun Separatistenführer protestiert. In Barcelona kam es - wie bereits am Montag - zu Zusammenstößen mit der Polizei. Dort waren nach Angaben der Polizei etwa 40.000 Menschen auf der Straße.

Hunderte teils vermummte Demonstranten versuchten, die Absperrung vor der Vertretung der spanischen Zentralregierung zu überwinden. Einige beschimpften die Einsatzkräfte und bewarfen sie mit Flaschen, Farbbeuteln und Feuerwerkskörpern.

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Die Polizei setzte gegen die Demonstranten auch Schlagstöcke ein. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, mehrere Menschen seien durch Polizisten auch auf den Boden gedrückt worden. Ein Video des Nachrichtensenders Canal 24h zeigt, wie Polizisten einen Demonstranten aus der Menge ziehen.

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Ob und wie viele Menschen bei den erneuten Protesten verletzt wurden, war zunächst nicht bekannt. Drei Demonstranten wurden festgenommen.

Demonstriert wurde auch in anderen katalanischen Städten. 9000 Menschen gingen jeweils in Girona und Taragona auf die Straße, dort blieben die Proteste zunächst friedlich, später kam es auch dort zu Zusammenstößen mit der Polizei. Zuvor hatten Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung mehrere Straßen in Katalonien besetzt, darunter die Autobahn in Richtung Frankreich auf Höhe von Girona. Mit brennenden Reifen blockierten Aktivisten außerdem an mehreren Orten Bahngleise.

Zu den Kundgebungen hatten die zivilen Organisationen Katalanische Nationalversammlung (ANC) und Omnium Cultural aufgerufen, deren frühere Chefs ebenfalls auf der Anklagebank saßen und vom Obersten Gericht in Madrid zu jeweils neun Jahren Gefängnis verurteilt worden waren.

Das Gericht hatte am Montag Freiheitsstrafen von bis zu 13 Jahren für neun Angeklagte wegen deren Rolle beim illegalen Abspaltungsreferendum vom 1. Oktober 2017 verhängt. Neben den Anführern von ANC und Omnium handelt es sich dabei um ehemalige Spitzenpolitiker der Regionalregierung. Alle saßen seit zwei Jahren in Untersuchungshaft. Medienberichten zufolge können die Verurteilten erst dann Vollzugslockerungen - also Freigang - bekommen, wenn sie ein Viertel der Haft verbüßt haben.

eho/ptz/dpa/rtr