Urteil gegen katalanische Separatistenführer Festnahmen und Verletzte nach gewaltsamen Protesten in Barcelona

Barcelona erlebt erneut eine Nacht voller Gewalt: Demonstranten setzten Barrikaden in Flammen, die Polizei spricht von Benzinbomben. Nun meldet sich erstmals der katalanische Regionalpräsident zu Wort.

Bernat Armangue/AP

Erneut ist es in Barcelona zu schweren Ausschreitungen gekommen: Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung setzten nach Polizeiangaben Autos und Barrikaden in Brand. Beamte seien demnach erstmals mit Molotowcocktails beworfen worden. Es gab 20 Festnahmen, 32 Personen wurden verletzt.

Die Proteste hatten sich an einem Urteil von Spaniens Oberstem Gerichtshof gegen neun prominente katalanische Unabhängigkeitsbefürworter am Montag entzündet. Diese erhielten Gefängnisstrafen von bis zu 13 Jahren wegen "Aufruhrs" und Veruntreuung öffentlicher Gelder, weil sie im Oktober 2017 ein von der spanischen Justiz als illegal eingestuftes Unabhängigkeitsreferendum organisiert hatten.

Neben friedlichen Kundgebungen Tausender Unterstützer einer Abspaltung der Region von Spanien kam es seit Montag deshalb immer wieder zu Krawallen mit Dutzenden Verletzten und zahlreichen Festnahmen.

Regionalpräsident Torra: Proteste ja, aber bitte friedlich

Der katalanische Regionalpräsident Quim Torra forderte ein sofortiges Ende der Gewalt. Demonstrationen müssten "friedlich" verlaufen, sagte Torra in der Fernsehansprache. Zugleich betonte er, Proteste gegen ein "ungerechtes und unsinniges Urteil" seien "normal und gut".

Ministerpräsident Pedro Sánchez hat sich im Laufe des Vortags mit den Spitzen der Oppositionsparteien getroffen, um über die Lage zu beraten. Während konservative Kräfte sich dafür einsetzten, die abtrünnige Region erneut unter eine Zwangsverwaltung zu stellen - wie bereits nach dem Unabhängigkeitsreferendum vom Oktober 2017 geschehen - plädierten linke Parteien für einen Dialog und eine politische Lösung.

mho/dpa/AFP



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