Nach Urteil gegen Katalanen-Anführer Mehr als 50 Verletzte bei Protesten am Flughafen in Barcelona

Als Reaktion auf die Haftstrafen gegen katalanische Separatistenführer wollten Demonstranten Teile des Flughafens von Barcelona blockieren. Es kam zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei.

AP/Bernat Armangue

Nach dem Urteil gegen neun Anführer der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung sind in Barcelona tausende Menschen auf die Straße gegangen. Die Demonstranten versuchten unter anderem, Teile des Flughafens El Prat lahmzulegen und die Zugangswege zu blockieren. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Insgesamt seien bis zum Abend mehr als 30 Menschen verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur "Europa Press". Die Sicherheitskräfte hätten auch Schaumgeschosse eingesetzt, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen, berichtet das spanische Fernsehen. Mehr als 50 Personen sollen laut der Zeitung "La Vanguardia" verletzt worden sein. Mehr als 100 Flüge wurden bislang gestrichen. Zahlreiche weitere konnten nur mit Verspätung starten.

Fußballtrainer Pep Guardiola, einer der prominentesten Verfechter für die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien, äußerte sich auf Twitter in einer Videobotschaft zu den Protesten und ruft zur Mäßigung auf.

Seit der Bekanntmachung der Urteile gab es in ganz Katalonien Proteste. Das Oberste Gericht in Madrid hatte neun Separatistenführer im Zuge des illegalen Abspaltungsreferendums von Oktober 2017 zu langen Haftstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt. Am Abend versammelten sich Tausende Katalanen auf der Plaça Sant Jaume vor dem Sitz der Regionalregierung.

eho/flg/dpa



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