Syrischer Machthaber Assad Chemiewaffenangriff zu "hundert Prozent konstruiert"

Die syrische Regierung hat stets zurückgewiesen, hinter dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff in der Provinz Idlib zu stecken. Jetzt meldet sich Assad persönlich zu Wort.

Baschar al-Assad
REUTERS

Baschar al-Assad


Mindestens 87 Menschen waren bei dem Giftgaseinsatz im syrischen Chan Scheichun Anfang April ums Leben gekommen. Für Washington ist die Sache klar: Das Assad-Regime soll die Stadt mit einem Nervengift angegriffen haben, tatsächlich deuten alle bisher bekannt gewordenen Fakten darauf hin.

Die Regierung in Damaskus hat diesen Vorwurf stets zurückgewiesen. Jetzt meldet sich erstmals der Staatschef persönlich zu Wort. Der mutmaßliche Chemiewaffenangriff sei zu "hundert Prozent konstruiert", sagte Baschar al-Assad der Nachrichtenagentur AFP. Die syrische Armee verfüge über keine Chemiewaffen mehr. Der Westen, allen voran die USA, hätten den Fall als "Vorwand" für den US-Luftangriff auf die syrische Armee genutzt, sagte Assad.

Die USA hatten in der Nacht zum vergangenen Freitag als Vergeltung einen syrischen Luftwaffenstützpunkt angegriffen, von dem aus syrische Flugzeuge mit dem Giftgas gestartet sein sollen. "Unsere Feuerkraft, unsere Fähigkeit, die Terroristen anzugreifen, ist durch den Angriff nicht beeinträchtigt worden", sagte Assad.

Zu den bisherigen Friedensverhandlungen sagte er: "Die USA meinen es nicht ernst in ihrem Bemühen um eine politische Lösung." Die Amerikaner wollten "den politischen Prozess nutzen, um die Terroristen zu schützen". Mit dem Begriff Terroristen bezog sich Assad auf die Rebellen im Land.

kev/AFP



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