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Krieg in Syrien: Ausgebombte Straßenzüge in Kusair

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BBC-Augenzeugen "Kusair liegt in Trümmern"

Die wichtige Stadt Kusair ist wieder in der Hand des Assad-Regimes. Die USA verurteilen den Angriff, der "entsetzliches Leid" gebracht habe. Ein BBC-Team vor Ort berichtet, die Stadt liege in Trümmern - kein einziges Gebäude sei unversehrt.

Beirut/Washington - Die USA verurteilten den Angriff auf Kusair scharf. Zusammen mit der Hisbollah-Miliz hatte die syrische Armee nach wochenlanger Belagerung die Kleinstadt nahe der Grenze zum Libanon eingenommen. In der strategisch wichtigen Region kreuzen sich wichtige Nachschubwege für Regime und Rebellen.

Der Angriff habe unzählige Zivilisten das Leben gekostet und "enormes menschliches Leid" verursacht, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses in Washington am Mittwochabend (Ortszeit). Es sei eindeutig, dass das Regime bei der Einnahme der Stadt nahe der Grenze zum Libanon auf die Hilfe der Hisbollah-Miliz und Irans gezählt habe.

Das Vorgehen einschließlich eines grenzüberschreitenden Angriffs des Regimes auf die libanesische Kleinstadt Arsal sei eine "eklatante" Verletzung der libanesischen Souveränität. Die USA unterstützten Libanons Sicherheit, Stabilität und Souveränität. Die Hisbollah und der Iran müssten ihre Kämpfer sofort aus Syrien abziehen, forderte das Weiße Haus.

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Ein Team der BBC erreichte nach eigenen Angaben als erste westliche Journalisten die Stadt. Die Stadt liege in Trümmern, man habe kein einziges Gebäude gesehen, das nicht zerstört sei, heißt es in dem Bericht . Die Reporterin Lyse Doucet wurde demnach von syrischen Regierungstruppen nach Kusair gebracht. Sie berichtete, überall seien Truppen von Präsident Baschar al-Assad und Hisbollah-Kämpfer zu sehen, die ihren Sieg feierten.

Rebellen erobern Grenzübergang

Die syrische Opposition warnt vor einem Massaker in Kusair. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter wies auf das Schicksal von Hunderten Verletzten hin, die sich noch in der Stadt aufhielten. Die Rebellen zogen sich nach Angaben von Regimegegnern in der Nacht aus Kusair zurück. Sie hätten dem Ansturm der Angreifer nicht mehr standhalten können, da ihnen allmählich die Munition ausgegangen sei.

Die Rebellen eroberten laut einem Medienbericht einen Grenzübergang auf den Golanhöhen. Der Kontrollposten Kuneitra an der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und Syrien sei in die Hände der Aufständischen gefallen, berichtete der israelische Militärrundfunk am Donnerstag unter Berufung auf die Armee.

Bei Kämpfen zwischen syrischen Rebellen und Regierungstruppen auf den Golanhöhen waren immer wieder Geschosse auf der israelischen Seite der Waffenstillstandslinie eingeschlagen. Vor zwei Wochen wurde eine israelische Patrouille von syrischen Soldaten beschossen. Zudem verschleppten Aufständische wiederholt Blauhelmsoldaten, die im Auftrag der Uno die Einhaltung der Waffenstillstandslinie überwachen sollen.

Kerry: "Rote Linie der USA ist echt"

US-Außenminister John Kerry bekräftigte die Warnungen an das Assad-Regime vor einem Chemiewaffeneinsatz. Die Einschätzung von US-Präsident Barack Obama, dass damit eine "rote Linie" überschritten werde und Konsequenzen folgen würden, gelte weiterhin. "Die rote Linie des Präsidenten ist echt", sagte Kerry am Mittwoch in Guatemala. Obama habe eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Reaktion vorliegen.

Das britische Außenministerium bestätigte am Mittwoch, es gebe eine "wachsende Menge von überzeugenden Beweisen" für den Einsatz von Chemiewaffen durch das Regime in Syrien. "Der Raum für Zweifel wird kleiner", sagte ein Sprecher. Es sei nun wichtig, dass die Uno uneingeschränkt untersuchen könne, was vor sich gehe und wie man darauf am besten reagiere. Großbritanniens Außenminister William Hague sagte der BBC, es gebe keine Hinweise, dass Chemiewaffen von den Rebellen eingesetzt worden seien.

fab/AFP/dpa
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