Begnadigungen Auch Hillary Clintons Helfer nahm Geld

Nach Bill Clinton kommt nun seine Ehefrau Hillary in der Begnadigungs-Affäre unter Beschuss. Ihr Wahlkampf-Finanzverwalter ließ sich die Vermittlung von Begnadigungen bezahlen.


Hillary Clinton
AFP

Hillary Clinton

New York - Die frühere First Lady der USA und jetzige Senatorin Hillary Clinton hat unterdessen jegliche Rolle bei der Gewährung der Amnestien bestritten, die Präsident Bill Clinton an seinem letzten Amtstag ausgesprochen hatte. Zugleich äußerte sie sich auf einer Pressekonferenz in New York "schockiert" und "traurig" über ihren Bruder Hugh Rodham, der Begnadigungen für zwei verurteilte Straftäter gegen ein Honorar von 400.000 Dollar vermittelt hatte. Das Geld gab er aber inzwischen an seine Auftraggeber zurück.

"Es hat mir das Herz gebrochen"

Von der Aktivitäten ihres Wahlkampf-Finanzverwalter William Cunningham, der gegen Geld bei der Vermittlung von Begnadigungen geholfen hat, habe sie nichts gewusst, sagte Senatorin Clinton. Sie sei aber davon überzeugt, dass Cunningham, wie Hugh Rodham Rechtsanwalt, nichts Illegales getan habe. Von den Aktivitäten ihres Bruders habe sie erst am vergangenen Montag erfahren. Es habe ihr das Herz gebrochen, sagte Hillary Clinton.

Vor allem Bill Clinton ist in den vergangenen Tagen wegen mehrerer der am 20. Januar verfügten 140 Begnadigungen unter Beschuss geraten. Am heftigsten umstritten ist seine Amnestie für den Finanzier Marc Rich, der sich vor einem Prozess wegen schweren Steuerbetruges 1983 in die Schweiz abgesetzt hatte.



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