Begräbnis für Ex-Präsident Karzai hält nach Rabbani-Mord an Aussöhnung fest

Staatsbegräbnis unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen: Tausende Afghanen haben Abschied vom ermordeten Ex-Präsidenten Rabbani genommen. Staatsoberhaupt Karzai will den Friedensprozess mit den Taliban trotz des Attentats weiter vorantreiben.

Trauernde tragen den Sarg von Ex-Präsident Rabbani:
AP

Trauernde tragen den Sarg von Ex-Präsident Rabbani:


Kabul/New York - Der afghanische Regierungschef Hamid Karzai hält am Kurs der Aussöhnung mit den Taliban fest. Anlässlich des Staatsbegräbnisses für Ex-Präsident Burhanuddin Rabbani sagte Karzai am Freitag, man werde Rabbanis Bemühungen für Frieden im Land fortsetzen. "Aber wir werden es auch als unsere Pflicht verstehen, diejenigen zu bekämpfen, die dagegen sind."

Nach der Ermordung Rabbanis sind Zweifel daran aufgekommen, ob eine friedliche Lösung im Konflikt mit den Taliban möglich ist. Rabbani, der als Vorsitzender des Hohen Friedensrates von Karzai mit der Aussöhnung mit den radikal-islamischen Aufständischen beauftragt worden war, war am Dienstag in seinem Haus in Kabul getötet wurde. Der Selbstmordattentäter, der sich als Abgesandter des Führungsrates der Taliban ausgegeben hatte, hatte den Sprengstoff in seinem Turban versteckt gehabt. Die Taliban haben eine Beteiligung an der Tat bislang weder bestätigt noch dementiert.

Das Staatsbegräbnis fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Große Teile von Kabuls Innenstadt waren abgeriegelt. Anschläge gab es keine. In der Hauptstadt hatten sich Tausende Afghanen versammelt, um Abschied von Rabbani zu nehmen. Auch Delegationen aus dem Nahen Osten seien angereist, um Rabbani die letzte Ehre zu erweisen, sagte ein Karzai-Sprecher.

Das Staatsfernsehen zeigte, wie der mit einer Nationalflagge bedeckte Sarg Rabbanis vor der Begräbniszeremonie im Garten des Präsidentenpalastes aufgebahrt wurde. Karzai sprach von dem "traurigsten Vorfall in dieser politisch wichtigen Zeit". Anschließend wurde der Tote auf einem Hügel in der Innenstadt unweit seines Anwesens zu Grabe getragen. Als Zeichen des Respekts wurden 21 Kanonenschüsse abgefeuert.

Trotz der jüngsten Anschläge in Afghanistan lehnt Außenminister Guido Westerwelle einen vorzeitigen Abzug deutscher Soldaten ab. Die Bundeswehr könne "nicht einfach gehen und sich dem Terror beugen", sagte Westerwelle am Donnerstag (Ortszeit) am Rande der Uno-Generalversammlung in New York. Die Bundeswehr soll nach heutigen Planungen zum Jahresende mit dem Abzug beginnen. Derzeit sind etwa 5000 deutsche Soldaten am Hindukusch stationiert.

Der afghanische Außenminister Zalmay Rassoul äußerte nach einem Treffen mit Westerwelle die Einschätzung, dass Rabbani ermordet wurde, weil er Fortschritte bei der inner-afghanischen Aussöhnung machte. Auf die Täter gebe es konkrete Hinweise. Es sei aber noch zu früh, um darüber zu sprechen.

phw/dpa



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Gandhi, 23.09.2011
1. Wenn alle tot sind,
ist das auch eine Art Aussoehnung.
ronald1952 23.09.2011
2. Keine Aussöhnung möglich.
Zitat von sysopStaatsbegräbnis unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen: Tausende Afghanen haben Abschied vom ermordeten Ex-Präsidenten Rabbani genommen. Staatsoberhaupt Karzai will den Friedensprozess mit den Taliban trotz des Attentats weiter vorantreiben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,788070,00.html
Hallo, mit Menschen, die alles was mit Demokratie und deren Regeln verabscheuungswurdig halten,die lieber eine Diktatur und die unterdrückung anderer vorziehen ist keine Aussöhnung möglich. Es ist mir Unverständlich, daß es immer noch Menschen gibt die glauben das man mit den Taliban friedlich zusammenleben könnte, wobei diese doch der ganzen Welt schon gezeigt haben welchen Geistes Kind sie sind.Es gibt nur eine einzige möglichkeit wie man mit den Taliban umgehen kann und das ist Sie zu bekämpfen wo immer man auf diese Herrschaften trift.Menschen deren Ziel es ist Angst und Schrecken durch Gewaltakte unter ihren Mitmenschen zu verbreiten sind Terroisten.Und für solche Menschen sollte es keine Platz mehr auf unserer Welt geben. schönen Tag noch. Peter
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