Wahlen in Burma Behörden bestätigen Erdrutschsieg der Opposition

Der Sieg ist deutlich ausgefallen: Die Oppositionspartei um Volksheldin Suu Kyi hat bei den Nachwahlen in Burma fast alle zu vergeben Sitze im Parlament gewonnen. Das haben die Wahlbehörden nun bestätigt. Die Regierungspartei ist blamiert.
Anhänger der Oppositionspartei mit Bildern von Suu Kyi: Sieg eindeutiger als erwartet

Anhänger der Oppositionspartei mit Bildern von Suu Kyi: Sieg eindeutiger als erwartet

Foto: STAFF/ REUTERS

Rangun - Die Wahlbehörden in Burma haben den Erdrutschsieg der Oppositionspartei um Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi am Dienstag bestätigt. Die Nationale Liga für Demokratie (NDL) hat demnach 43 der 45 offenen Parlamentssitze gewonnen, teilte die Wahlkommission mit. Damit fiel die Wahl eindeutiger aus als erwartet. Schon vor der offiziellen Bestätigung hatte die Partei um Suu Kyi ihren Sieg verkündet und von einem "Triumph des Volkes" gesprochen. "Wir hoffen, dass das der Anfang einer neuen Ära sein wird", erklärte sie vor Tausenden begeisterten Anhängern.

Für die Regierung waren die Wahlen vom Sonntag hingegen ein Debakel. Die militärnahe Regierungspartei USDP holte nur einen Sitz in einem Wahlkreis in Zentralburma. Hier hatten die Behörden den NLD-Kandidaten von der Wahlteilnahme ausgeschlossen. Ein Sitz ging an die Shan-Minderheitenpartei SNDP. Sogar in der Hauptstasdt Naypyitaw hatte die Militärjunta das Nachsehen - hier holte die NDL vier Sitze. Die Stadt wird hauptsächlich von Regierungsangestellten und Militärpersonal bewohnt.

Bei den Nachwahlen ging es nur um einen kleinen Teil der Parlamentssitze. Analysten zufolge waren die Wahlen jedoch ein wichtiger Gradmesser für die Stimmung im Land. Die NLD war bei den Parlamentswahlen 2010 aus Protest gegen unannehmbare Bedingungen nicht angetreten. Mit dem klaren Sieg vom Sonntag zieht die 66-jährige Volksheldin zum ersten Mal ins Parlament ein. Das wird allerdings weiterhin vom Militär dominiert.

Es war das erste Mal seit 22 Jahren, dass die NLD sich den Wählern stellte. Die Partei hatte bereits 1990 haushoch gewonnen, doch ignorierte das Militär damals das Ergebnis und erkannte die Wahlen nicht an. Bei den Nachwahlen am Sonntag ging es um 45 Mandate: 37 im Unterhaus, sechs im Oberhaus und zwei in Regionalversammlungen. Die Sitze wurden frei, nachdem Abgeordnete nach der umstrittenen Abstimmung vom November 2010 in Regierungsämter wechselten.

vks/dpa/Reuters