Afghanistan Mehrere Tote bei Anschlag in Kunduz
Anschlag in Kunduz: Attentäter sprengte sich an einer Kreuzung in die Luft
Foto: GUL RAHIM/ AFPBerlin/Kunduz - Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Polizei-Konvoi im nordafghanischen Kunduz sind am Montag mindestens 22 Menschen getötet und viele weitere schwer verletzt worden.
Nach ersten Angaben der Behörden sprengte sich ein Selbstmordattentäter gegen 16 Uhr (Ortszeit) nahe einer belebten Kreuzung in der Provinzmetropole in die Luft. Augenzeugen sprachen gegenüber SPIEGEL ONLINE von einer gewaltigen Explosion.
Unter den Opfern sind nach Angaben des Krankenhauses auch mehrere Frauen und Kinder. Örtlichen Angaben zufolge könnte die Zahl der Opfer aber noch deutlich steigen.
Augenzeugen berichteten von einem Bild des Grauens nach dem Anschlag, überall hätten Verletzte und Tote auf der Straße gelegen. Selbst Stunden nach dem Anschlag trauten sich viele Einwohner nicht aus ihren Häusern, da sie eine zweite Attacke fürchteten.
Der neue Anschlag verdeutlicht erneut die fragile Lage in Nordafghanistan, nahe Kunduz-Stadt sind auch rund 1000 Bundeswehrsoldaten stationiert. In den letzten Monaten konzentrierten sich die Attacken jedoch eher auf die lokalen Sicherheitskräfte, die ab dem Jahr 2014 die Verantwortung in ganz Afghanistan übernehmen sollen.
Weiterer Anschlag im pakistanischen Grenzgebiet
Kunduz ist eine der instabilsten Regionen in Nordafghanistan, wenn auch die Gewalt im Norden des Landes grundsätzlich deutlich niedriger ist als in den Hochburgen der Taliban in Südafghanistan.
Bei einem Bombenanschlag im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 20 weitere wurden verletzt, als am Montag auf einem Marktplatz im Stammesgebiet Kurram ein Sprengsatz explodierte, wie Rettungskräfte mitteilten. Nach Medienberichten war die Bombe in einem Auto versteckt. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die Region gilt als Hochburg radikal-islamischer Extremisten.