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11. Juni 2011, 00:31 Uhr

Bei Rücktritt

Türkei bietet Gaddafi Garantien an

Gaddafi soll gehen, dann werden wir ihm helfen: Mit dieser Garantie hat sich der türkische Ministerpräsident Erdogan zu Wort gemeldet. Genauer ausführen wollte Erdogan den Vorschlag allerdings nicht - und der libysche Machthaber hat auch noch nicht darauf reagiert.

Ankara - Die Türkei hat dem libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi für den Fall eines Rücktritts Garantien angeboten. Das sagte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag in einem TV-Interview. "Gaddafi hat keinen Ausweg, außer Libyen zu verlassen", so Erdogan. Man habe Gaddafi gesagt, falls er sein Land verlassen wolle, werde die Türkei ihm dabei helfen.

"Wir haben ihm gesagt, wir würden ihm helfen ihn dort hinzubringen, wo er hingebracht werden will. Wir würden die Sache mit unseren Verbündeten diskutieren." Eine Antwort des libyschen Machthabers habe er bisher jedoch nicht erhalten. Genauere Angaben zur Art der Garantien machte Erdogan nicht.

Der türkische Ministerpräsident zeigte sich frustriert über Gaddafis Hinhaltetaktik. "Ich habe ihn sechs oder sieben Mal kontaktiert." Man habe immer Verzögerungen erlebt. "Sie sagen uns, sie wollen einen Waffenstillstand, wir sagen ihnen, sie sollen den nächsten Schritt gehen, aber am folgenden Tag wird bekannt, dass Orte bombardiert worden sind", sagte Erdogan. Die Rechtfertigung des Gaddafi-Regimes, man sei zuerst selbst beschossen worden, sei nicht glaubwürdig - man habe die Situation genau verfolgt, es habe zu jenen Zeiten keine Angriffe auf die Regierungstruppen gegeben.

Am Sonntag wird in der Türkei gewählt. Ankara hat Gaddafi mehrmals aufgefordert, einen Waffenstillstand zu verhängen und einen friedlichen Machtwechsel zu gestatten. Für die Türkei war das Libyen Gaddafis ein wichtiger Handelspartner. Nach dem Beginn des bewaffneten Aufstandes in dem Land holte die Türkei mehr als 20.000 Bürger nach Hause.

Die militärische Auseinandersetzung um die Macht in Libyen ging am Freitag weiter. Bei Angriffen von Gaddafis Truppen kamen nach Angaben der libyschen Oppositionszeitung "Brnieq" rund um Misurata insgesamt 29 Menschen ums Leben. Wie die Zeitung am Abend auf ihrer Webseite schrieb, wurden 90 Menschen verletzt. Der arabische Nachrichtensender al-Dschasira hatte zuvor berichtete, in der umkämpften Ortschaft al-Definija bei Misurata seien 17 Menschen getötet und 40 verwundet worden.

Das Gebiet um Misurata ist seit Monaten mit wechselnden Fronten umkämpft. Die Stadt wird von Rebellen gehalten, ist aber von Gaddafis Truppen eingekreist. Seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen im Februar sind dort nach Uno-Angaben 630 Tote und 6000 Verletzte registriert worden.

ulz/dapd/dpa/Reuters

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