Libanon Mehrere Verletzte bei Bombenanschlag in Beirut

Eine heftige Explosion hat Beirut erschüttert. Bei dem Anschlag auf die Hisbollah-Hochburg im Süden der libanesischen Hauptstadt wurden mindestens 37 Menschen verletzt.


Beirut - Der Bombenanschlag traf die Hisbollah-Hochburg im Süden Beiruts. Der Sprengsatz detonierte am Dienstag in der sogenannten Sicherheitszone, in der die Institutionen der islamistischen Organisation ihren Sitz haben. Die Nachrichtenagentur AP berichtete von mindestens 37, Reuters von 38 Verletzten.

Angaben von Sanitätern über Tote konnten nicht bestätigt werden. Auch ein Hisbollah-Mitglied hatte angegeben, es gebe Dutzende Tote. Von offizieller Seite wurde dies aber nicht bestätigt.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen war ersten Erkenntnissen zufolge ein religiöses Zentrum Ziel des Attentats. Die Hisbollah riegelte die Umgebung um den Anschlagsort im dem Stadtteil Bir el-Abed ab.

Dutzende zerstörte Fahrzeuge

Der Fernsehsender al-Manar, der zur Hisbollah gehört, berichtete, dass in der Nähe des Hisbollah-Zentrums auch ein großer Supermarkt liegt. Auf dem Parkplatz sei die Autobombe gezündet worden. Die Bilder zeigten einen riesigen Krater und Dutzende zerstörte Fahrzeuge. Über dem Stadtteil stieg schwarzer Rauch auf. Am Ort der Explosion brannte ein großes Feuer.

Der Sprengsatz scheint vorerst eine Warnung an die Hisbollah gewesen sein: Hätten die Bombenleger viele Menschen töten wollen, hätten sie in der dicht besiedelten Vorstadt andere Orte gefunden, an denen sie mehr Schaden hätten anrichten können.

Wer hinter dem Anschlag steckt, ist derzeit unklar. Ein Parlamentsabgeordneter der Hisbollah machte "Agenten" verantwortlich, die im Libanon Unruhe schüren wollten.

Stark bewachter Stadtteil

Seit sich die Hisbollah offen zu ihrem Kampf an der Seite des syrischen Regimes von Präsident Baschar al-Assad gegen die Rebellen bekannt hat, wird auch die Lage im Libanon immer gefährlicher. Bewaffnete Angriffe auf die schiitische Bewegung nehmen zu.

Im Mai schlugen zwei Raketen in den Vororten Beiruts ein. Danach hatte die Hisbollah ihre Sicherheitsmaßnahmen nochmals verschärft. Seit einigen Wochen laufen nachts schwer bewaffnete Milizionäre Streife, Sprengstoffhunde sollen Autobomben aufspüren.

In Beirut kursierte am Dienstag schon das Gerücht, dass es sich um "Bombe Eins" einer langen Reihe handeln dürfte. Während des libanesischen Bürgerkriegs von 1975 bis 1990 waren Autobomben eine so oft benutzte Waffe, dass sie zu einer Art traurigen Markenzeichen der Hauptstadt wurden.

puz/tob/heb/Reuters/AP/dpa



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amal_lady 09.07.2013
1. Terror von außen
Der Terror kommt aus dem Ausland vorallem aus Saudi Arabien und Katar,wieso stoppt niemand diese verrückten Araber die überall für Terror sorgen
CommonSense2006 09.07.2013
2. verräterische Sprache
"Seit sich die Hisbollah offen zu ihrem Kampf an der Seite des syrischen Regimes von Präsident Baschar al-Assad gegen die Rebellen bekannt hat, wird auch die Lage im Libanon immer gefährlicher. Bewaffnete Angriffe auf die schiitische Bewegung nehmen zu" Will mir der Autor weismachen, dass das Abstellen und Zünden einer Autobombe in einer dichtbesiedelten Wohngegend ein "Bewaffneter Angriff" sei? Solche Vorgänge nennt man gemeinhin "terroristische Anschläge"! Aber wenn sich ein terroristischer Anschlag gegen eine Organisation richtet, die der Autor nicht mag, oder selbst dem Terrorismus zurechnet, dann können uns die zufälligen, zivilen Opfer egal sein und er nennt es "bewaffnete Angriffe".
darthkai 09.07.2013
3. optional
Ah, die demokratischen Autobomben der unterstützenswerten "Rebellen" beglücken die Nachbarländer. Der WEsten muss unbedingt bessere Waffen liefern, damit diese armen Freiheitskämpfer nicht zu solch unpräzisen Mitteln greifen müssen.
stopfiatmoney 09.07.2013
4.
Zitat von amal_ladyDer Terror kommt aus dem Ausland vorallem aus Saudi Arabien und Katar,wieso stoppt niemand diese verrückten Araber die überall für Terror sorgen
Erinnern Sie sich an den Anfang im Syrien-Krieg? Für mich damals überraschend, warum Autobomben plötzlich "Sprengfallen" hießen. Unterrichtung von Kindern für Terroranschläge wurde (auch hier) "in die Kunst des Bombenbauens eingeführt" genannt. Videos mit Grausamkeiten durch "Rebellen" wurden von westlicher Seite gefördert um die Zivilbevölkerung einzuschüchtern- Sie wissen, wofür das die Definition ist. Hier gibt es eine Agenda, so schlimm das ist. Zu befürchten, dass dies erst alles der milde Anfang ist.
abc-xyz 09.07.2013
5. Terror kehrt zu seinen Ursprung zurück
Zuerst der Angriffskrieg der "Partei Gottes" gegen das syrischen Volk, dann der Beschuss und Mord von sekulären Schiiten vor der iranischen Botschaft in Beirut. Jetzt kehrt der Terror auch zu den Hizballah Gebieten zurück. Verwundert über diese Entwicklungen dürfte ernsthaft niemand sein. Die Kritik innerhalb des Libanons bezüglich der Aktivitäten der Hizballah in Syrien war ohnehin schon sehr laut. Diese Kritik wird sogar innerhalb der Hizballah immer lauter. Einge Mütter von Hizballah Milizionäre verlangen offen, dass man sich aus den Syrien zurück zieht. Doch es wird deutlicher, dass Hizballah gar nicht die Befugnis hat, dies selbstständig zu entscheiden und den Befehlen der Mullahs in Tehran befolgen muss. Damit wäre der Weg in die nächste Bürgerkiegshölle auf libanesischen Boden geebnet. Doch es besteht Hoffnung für den libanesischen Staat. Die Verluste der Hizballah in Syrien sind sehr hoch. Man geht schon von 4-stelligen Zahlen aus (Tote und schwer Verwundete). Der Angriff auf Aleppo, den Nasrallah angekündigt hatte, ist im Raketenhagel der Konkurs Raketen der FSA vollständig zum erliegen gekommen. Deswegen konzentriert man sich auf weniger, harte Nüsse wie Homs. Aber selbst da ist ein vorankommen trotz massiver Bombardements nur sehr gering zu ersehen. Je schwächer die islamistische Hizballah wird, desto höher die Chancen, dass sich der libanesische Staat auch faktisch eint. Für die Mullahs im Iran wäre das - neben der Niederlage in Syrien - das schlimmste Szenario.
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