Beitrittsvertrag unterzeichnet Kroatien wird EU-Mitglied

Die EU wächst: Am Freitagmorgen unterzeichnete Kroatien den Beitrittsvertrag. Der Balkanstaat soll im Juli 2013 Mitglied der Union werden. Die Parlamente müssen noch zustimmen - und Nachbarstaat Serbien muss wohl weiter auf die Aufnahme warten.

Kroatiens Präsident Josipovic in Brüssel: Beitrittsvertrag unterzeichnet
AFP

Kroatiens Präsident Josipovic in Brüssel: Beitrittsvertrag unterzeichnet


Brüssel - In der Nacht konnten sich die 27 EU-Staaten auf dem Gipfel in Brüssel nicht auf Vertragsänderungen einigen, künftig wird es wohl noch schwieriger. Dann sitzen Vertreter von 28 Staaten am Verhandlungstisch: Kroatien hat am Freitagmorgen den Beitrittsvertrag zur Europäischen Union unterzeichnet.

Die Staats- und Regierungschefs der EU sowie die scheidende kroatische Regierungschefin Jadranka Kosor und Präsident Ivo Josipovic setzten beim EU-Gipfel in Brüssel ihre Unterschrift unter den Vertrag.

Kroatien wird demnach im Juli 2013 als 28. Staat in die Europäische Union aufgenommen.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy sprach von einem "historischen Tag" für Kroatien und die Europäische Union. "Seien Sie herzlich willkommen in der europäischen Familie", sagte er.

Van Rompuy verwies auf die umfangreichen Reformen, die das Land umsetzen musste, um die Aufnahmebedingungen der EU zu erfüllen. Der Beitritt Kroatiens zeige allen anderen Ländern des westlichen Balkans, dass "harte Arbeit, Beharrlichkeit, politischer Mut und Entschlossenheit" den Beitritt zur EU möglich machten. "Die Zukunft des gesamten Westbalkans liegt in der Europäischen Union."

Der Beitritt muss noch von den Parlamenten in den Mitgliedsländern sowie von den Kroaten selbst in einer Volksabstimmung Anfang kommenden Jahres gebilligt werden.

Serbien muss warten

Die Unterzeichnung des Beitrittsvertrags erfolgte nach einer zähen nächtlichen Verhandlungsrunde, in der die Staats- und Regierungschefs über die richtige Strategie im Kampf gegen die Schuldenkrise stritten.

Serbien hingegen muss noch weiterwarten: Im Entwurf einer Gipfel-Erklärung heißt es, vor der endgültigen Entscheidung im März 2012 über die Zuerkennung des Kandidatenstatus für Serbien solle der EU-Ministerrat noch einmal Bericht erstatten. Er solle prüfen und bestätigen, dass Serbien "weiterhin glaubhaftes Engagement und weitere Erfolge" vorweisen könne bei der Umsetzung eines Abkommens mit dem Kosovo über ein gemeinsames Management der Grenze zwischen beiden Staaten.

Außerdem muss Serbien bis zum März ein Abkommen über umfassende regionale Zusammenarbeit geschlossen haben. Zudem soll es der Nato hinsichtlich der Kosovo-Schutztruppe KFOR und der EU bei der Kosovo-Rechtsstaatsmission Eulex aktiv geholfen haben.

Die Erklärung des Gipfels würdigt die "erheblichen Fortschritte", die Serbien gemacht habe, um die Vorbedingungen für den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu erfüllen. Dazu gehörte unter anderem die uneingeschränkte Zusammenarbeit mit dem Uno-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Auch begrüßt sie, dass Belgrad sich wieder am politischen Dialog mit der Regierung des Kosovo beteilige.

fab/dpa/AFP

insgesamt 21 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
althus 09.12.2011
1. Das ausgerechnet jetzt !
Zitat von sysopDie EU wächst: Am Freitagmorgen unterzeichnete Kroatien den Beitrittsvertrag. Der Balkanstaat soll im Juli 2013 Mitglied der Union werden. Die Parlamente müssen noch zustimmen - und Nachbarstaat Serbien muss wohl weiter auf die Aufnahme warten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,802681,00.html
Haben wir im Augenblick nicht andere Sorgen in der EU als nun auch noch Kroatien aufnehmen zu müssen ? Die Kroaten war immer der Spaltpilz in Jugoslawien,vielleicht schaffen sie es ja jetzt auch die EU auseinanderzunehmen.Die Enkel der klerikalfaschistischen Utacha werden gerne helfen!
althus 09.12.2011
2. Ausgerechnet Kroatien ?
Zitat von sysopDie EU wächst: Am Freitagmorgen unterzeichnete Kroatien den Beitrittsvertrag. Der Balkanstaat soll im Juli 2013 Mitglied der Union werden. Die Parlamente müssen noch zustimmen - und Nachbarstaat Serbien muss wohl weiter auf die Aufnahme warten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,802681,00.html
Haben wir nicht schon genug Sorgen in der EU ? Ausgerechnet der Spaltpilz Jugoslawiens wird nun Mitglied ! Vielleicht nehmen die Kroaten nun auch die EU auseinander ,die Enkel der Ustascha-Kämpfer werden bestimmt gerne helfen!
schnitti23 09.12.2011
3. Keine gute Sache.
Der Beitritt Kroatiens ist zwar grundsätzlich zu begrüßen, kommt aber zur Unzeit. Besser wäre eine Konsolidierung der EU unter neuen Regeln, dann erst Beitritt neuer Mitglieder. Man hat es bei den 15 gesehen, die alle gleichzeitig beitraten und damit die Entscheidungsprozesse erschwerten. Und solange Einstimmigkeit gefordert ist, eine Unmöglichkeit. Ideal wäre eine EU mit ausgefeilten Regeln, die nicht mehr von Einzelinteressen ausgebremst werden könnte. Vor allem aber muß die Verteilung von Stimmgewichten der Bevölkerungszahl entsprechen. Es kann nicht angehen und ist zutiefst undemokratisch, wenn Länder wie z.B. Malta oder Zypern das gleiche Stimmgewicht erhalten wie Schwergewichte wie Italien, Frankreich oder Deutschland.
Baikal 09.12.2011
4. Nein, es sind immer noch dieselben..
Zitat von althusHaben wir im Augenblick nicht andere Sorgen in der EU als nun auch noch Kroatien aufnehmen zu müssen ? Die Kroaten war immer der Spaltpilz in Jugoslawien,vielleicht schaffen sie es ja jetzt auch die EU auseinanderzunehmen.Die Enkel der klerikalfaschistischen Utacha werden gerne helfen!
.. "Sorgen", die damals schon Genschmen und seine Hintermänner bewogen haben mit der überschnellen Anerkennung Kroatiens Jugoslawien zu spalten und damit den Weg für strategische Exklaven der USA frei zu machen - und das natürlich auf Kosten der blöden EU, sprich hier Deutschdowien.
nean 09.12.2011
5. Blödsinn
Zitat von althusHaben wir nicht schon genug Sorgen in der EU ? Ausgerechnet der Spaltpilz Jugoslawiens wird nun Mitglied ! Vielleicht nehmen die Kroaten nun auch die EU auseinander ,die Enkel der Ustascha-Kämpfer werden bestimmt gerne helfen!
Mit diesem unqualifizierten Kommentar haben Sie bewiesen, daß Sie sich weder in der jüngeren noch in der älteren kroatischen Geschichte auskennen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.