Brüssel 60.000 Belgier protestieren gegen Arbeitsmarktreform

In Brüssel haben 60.000 Belgier gegen die Regierung demonstriert. Zehn Menschen wurden verletzt. Hintergrund der Proteste ist der Plan, unter gewissen Umständen eine 45-Stunden-Woche zuzulassen.

Polizisten in Brüssel
AFP

Polizisten in Brüssel


In Brüssel haben Zehntausende Menschen gegen die geplante Arbeitsrechtsreform protestiert. Bei gewaltsamen Zusammenstößen gegen Ende der Großkundgebung wurden laut Polizei acht Demonstranten und zwei Polizisten verletzt. Der Protestmarsch richtete sich unter anderem gegen das Vorhaben, dass Arbeitgeber 45-Stunden-Wochen anordnen können, wenn dies anschließend durch kürzere Arbeitswochen ausgeglichen wird.

Gegen die etwa hundert gewalttätigen Demonstranten setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Etliche Demonstranten warfen Gegenstände und Feuerwerkskörper auf die Beamten, als der Protestmarsch durch die belgische Hauptstadt in der Nähe des Südbahnhofs allmählich zu Ende ging.

Es war der dritte Massenprotest gegen die Mitte-Rechts-Regierung, die seit Herbst 2014 im Amt ist. Im November 2014 waren 100.000 Menschen in Brüssel auf die Straße gegangen, im vergangenen Oktober waren es 80.000, diesmal rund 60.000.

"Steuern werden an allen Stellen erhöht"

Die Gewerkschaften hatten zu der Kundgebung am Dienstag aufgerufen, die sich auch gegen eine Erhöhung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre und gegen Sparmaßnahmen im öffentlichen Dienst richtete. Die Regierung zeigte sich von den Protesten bislang unbeeindruckt.

"Nein zur 45-Stunden-Woche" und "Hände weg von unseren Renten", hieß es auf den Spruchbändern der Demonstranten. "Die Steuern werden an allen Stellen erhöht und die Sozialversicherung zusammengestrichen", sagte der Lehrer Jacques Warnier.

Die Rechte der Arbeitnehmer, der Rentner und der Arbeitslosen würden von "dieser rechtsgerichteten Regierung" beschnitten, beklagte der Gewerkschafter Michel Beis. Unter den Demonstranten war auch der frühere sozialistische Regierungschef Elio di Rupo.

cte/AFP

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