Belgien Angreifer stirbt nach Macheten-Attacke auf Polizistinnen

Im belgischen Charleroi soll ein Mann zwei Polizistinnen mit einer Machete attackiert haben. Er wurde von einem Beamten mit Schüssen gestoppt. Nun ist er an seinen Verletzungen gestorben.

Polizisten sichern den Tatort in Charleroi
AFP

Polizisten sichern den Tatort in Charleroi


Ein Mann hat in der belgischen Stadt Charleroi zwei Polizistinnen vor einer Polizeiwache mit einer Machete verletzt. Die Polizei berichtet, der Mann habe bei dem Angriff "Allahu Akbar" geschrien - "Gott ist groß".

Wie die Polizei von Charleroi auf Twitter mitteilte, sei der Angreifer überwältigt worden. Ein weiterer Polizist schoss den Mann nieder. Nun ist er laut Polizei an seinen Verletzungen gestorben. Die beiden Polizistinnen seien außer Gefahr.

Der belgische Innenminister Jan Jambon verurteilte die "abscheuliche Tat" auf dem Kurznachrichtendienst aufs schärfste: "Meine Gedanken sind bei den zwei verletzten Polizisten, wie auch bei ihren Kollegen und Familien. Untersuchungen des OCAM sind eingeleitet." Das OCAM ist der belgische Anti-Terror-Stab.

Der belgische Premierminister Charles Michel verurteilte die Tat ebenfalls auf Twitter. In einem Interview mit dem belgischen Sender "RTL" sagte er, dass die ersten Anzeichen "ganz deutlich auf Terrorismus" hindeuteten.

Direkt nach der Tat riegelte die Polizei die Straßen rund um den Anschlagsort ab.

Die belgische Zeitung "Le Soir"berichtete, eine der Beamtinnen sei im Gesicht verletzt worden und werde in einem Krankenhaus in Charleroi behandelt. Ihre Kollegin sei leicht verletzt worden. Der Täter habe sich in einem kritischen Zustand befunden und sei ebenfalls behandelt worden.

In der Vergangenheit haben islamistische Terroristen von Belgien aus auch in Frankreich zugeschlagen. Einer der Attentäter der Anschlagsserie in Paris vom Januar 2015, unter anderem auf das Magazin "Charlie Hebdo", hatte Verbindungen nach Charleroi.

Bei islamistischen Anschlägen waren im März am Brüsseler Flughafen und in einem U-Bahnhof im EU-Viertel 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden. Auch die Spur der Attentäter von Paris, wo im November 2015 130 Menschen getötet wurden, führte nach Belgien. In der Region um Charleroi wurden Verstecke der Attentätervon Paris entdeckt. Die 200.000-Einwohner-Stadt liegt etwa 50 Kilometer südlich von der belgischen Hauptstadt Brüssel.

Update, 7. August: Belgiens Ministerpräsident Charles Michel hat sich Samstagabend zu dem Vorfall geäußert: "Erste Anzeichen deuten klar auf Terrorismus hin", sagte er einem Fernsehsender.

In der Stadt Lüttich nahm die belgische Polizei am Sonntag einem Medienbericht zufolge einen weiteren Mann mit einer Machete fest. Die Sicherheitsbehörden seien am frühen Morgen verständigt worden, berichtete der Sender VRT. Der Festgenommene sei türkischer Abstammung, nicht polizeibekannt und habe die Machete nicht benutzt.

Derweil hat die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) den Machetenangriff für sich in Anspruch genommen. Der von der Polizei erschossene Angreifer sei "ein Soldat des IS" gewesen, erklärte die IS-nahe Agentur Amaq am Sonntag.

cnn/Reuters/AFP/dpa



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