Belgien Mutmaßlicher Bekenner des Attentats von Madrid festgenommen

Der belgischen Polizei ist laut Zeitungsberichten ein großer Fang ins Netz gegangen: Sie fasste den Marokkaner Jussef Belhadsch. Der 28-Jährige gilt als ein mutmaßlicher Sprecher der Terrorgruppe al-Qaida in Europa.


Verdächtiger Belhadsch: Mutmaßlicher Qaida-Sprecher
AFP

Verdächtiger Belhadsch: Mutmaßlicher Qaida-Sprecher

Brüssel/Madrid - Mohammed Jussef Belhadsch, alias Abu Duschanah, wurde nach einem Bericht der Online-Ausgabe der belgischen Zeitungen "Le Soir" im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. März 2004 in Madrid mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er soll nach den Attentaten, bei denen 191 Menschen getötet und 1500 verletzt wurden, als "Sprecher von al-Qaida in Europa" aufgetreten sein.

Damals war in Madrid ein Video aufgetaucht, auf dem sich das Terrornetzwerk zu den Anschlägen bekannte.

Das mutmaßliche Qaida-Mitglied war den Berichten zufolge nach den Anschlägen bereits drei Monate in Polizeigewahrsam. Sicherheitskräfte hatten ihn kurz nach dem Attentat zusammen mit neun weiteren Personen in Belgien festgenommen. Belhadsch wurde verdächtigt, zu einer Gruppe radikaler Marokkaner zu gehören, die die Ermittler in Verbindung zu den Bombenanschlägen vom 16. Mai 2003 in Casablanca brachten. Belhadsch sei dann aber im Juli wieder freigelassen worden, weil die Strafverfolger seine Haft für die weitere Untersuchung des Falls nicht für notwendig hielten. Lieve Pellens, Sprecherin der belgischen Staatsanwaltschaft, erklärte, Belhadsch werde von der spanischen Justiz verdächtigt, ein Qaida-Sprecher zu sein. Dieser war in Spanien unter dem Namen Abu Dujan al-Afghani in Erscheinung getreten.

Kurz vor der Festnahme von Belhadsch gestern Abend in Brüssel hatte die spanische Polizei bei Madrid vier weitere mutmaßliche Helfer der Attentäter ergriffen, ein marokkanisches Ehepaar und dessen Söhne. Die Mutter habe den gleichen Nachnamen wie der mutmaßliche Terrorist, der nach Erkenntnis der Fahnder vor einigen Wochen mit einem Freund nach Brüssel geflüchtet war. Die Staatsanwaltschaft erwartet die Auslieferung des Verdächtigen nach Spanien.



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