Ahmed Abu Chattala Bengasi-Attentäter droht die Todesstrafe

Im Juni schnappten Spezialeinheiten einen mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags auf die US-Vertretung im libyschen Bengasi - jetzt hat die Anklage die Liste der Vorwürfe gegen ihn ausgebaut. Ahmed Abu Chattala droht daher die Todesstrafe.

Angeklagter Ahmed Abu Chattala: Liste mit 18 Anklagepunkten
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Angeklagter Ahmed Abu Chattala: Liste mit 18 Anklagepunkten


Washington - Er soll einer der Drahtzieher des Anschlags auf die diplomatische Vertretung der USA im libyschen Bengasi gewesen sein - daher droht Ahmed Abu Chattala nun die Todesstrafe. Ein Bundesgericht habe die Anklageschrift um einen weiteren auf insgesamt 18 Vorwürfe gegen den Libyer erweitert, teilte das US-Justizministerium mit. Sollte Chattala wegen dieses Anklagepunktes verurteilt werden, könnte er demnach mit dem Tod bestaft werden.

Bislang war dem 43-Jährigen unter anderem vorgeworfen worden, für die Anschläge auf die US-Vertretung und ein CIA-Gebäude in Bengasi vor zwei Jahren eine extremistische Terrorgruppe angeführt zu haben. Bei dem Angriff am 11. September 2011 wurden vier US-Bürger getötet - darunter auch der Botschafter Chris Stevens. Nun wirft die Anklagebehörde Chattala zusätzlich mehrfachen Mord vor.

Mehr als anderthalb Jahre nach den Anschlägen hatten US-Spezialeinheiten Chattala im Juni 2014 in der Nähe von Bengasi festgenommen. Der Gründer und Anführer der islamistischen Terrorgruppe Ansar al-Scharia wurde daraufhin nach Washington gebracht, wo er vor ein ziviles Bundesgericht gestellt werden soll. Zuvor war schon im Juli 2013 in drei Punkten Anklage gegen Chattala erhoben worden, unter anderem wegen "Tötung eines Menschen im Rahmen eines Angriffs auf Bundeseinrichtungen". Das FBI hatte den Libyer vor der Festnahme offenbar über Monate verfolgt und überwacht.

Chattala werde nun "das volle Gewicht des amerikanischen Justizsystems" zu spüren bekommen, hatte Obama im Juni erklärt. Unerschütterlich sei der Wille der USA, jene zur Rechenschaft zu ziehen, die Amerikanern Schaden zufügten. Ein Sprecher des Pentagons bezeichnete den Festgenommenen als "Schlüsselfigur" der Attacke auf die US-Vertretung.

mxw/AP/Reuters



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