Korruptionsprozess in Israel Netanyahu fordert Live-Konfrontation mit Kronzeugen im TV

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu ist wild entschlossen, sich gegen die Korruptionsvorwürfe zu wehren. Live im Fernsehen will er seine Gegner konfrontieren. Bisher aber wurde ihm dieser Wunsch nicht gewährt.

Benjamin Netanyahu
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Der wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck stehende israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat eine Konfrontation mit den Kronzeugen gefordert. Das Gespräch solle live im Fernsehen übertragen werden, sagte er im israelischen Fernsehen. Er habe bereits zwei Mal eine solche Konfrontation gefordert, dies sei aber abgelehnt worden.

In Israel finden am 9. April vorgezogene Wahlen statt. Regulär sollte erst im November 2019 gewählt werden. Netanyahus rechts-religiöse Koalition war jedoch immer stärker unter Druck geraten. Zuletzt regierte er nur noch mit einer hauchdünnen Mehrheit: Sie verfügt über 61 der insgesamt 120 Mandate. Ende Dezember hatten die Koalitionsspitzen Neuwahlen beschlossen.

Teure Geschenke von befreundeten Milliardären?

Die Polizei hat in drei Fällen empfohlen, Anklage gegen Netanyahu zu erheben. Er wird verdächtigt, von befreundeten Milliardären teure Geschenke angenommen zu haben. Einem kritischen Zeitungsverleger soll er angeboten haben, im Gegenzug für positive Berichterstattung dessen Konkurrenzblatt zu schwächen.

Auch dem Telekom-Riesen Bezeq soll Netanjahu in seiner Zeit als Kommunikationsminister Vorteile gewährt haben, wenn in einem zum Konzern gehörenden Medium positiv über ihn berichtet werde. Netanjahu streitet alle Vorwürfe ab und spricht von einer "Hexenjagd" auf ihn. Aktuell muss die Staatsanwaltschaft über eine Anklage entscheiden.

sth/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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Kiwimann 07.01.2019
1. Netanyahu uterscheidet sich nicht von anderen Politikern
denn nun ist er am Trog und den Vorteil nutzt er, wie viele andere auch. Er wird Fuchs genug sein, aus diesen Vorwuerfen "Luegen" zu machen.
chaosimall 08.01.2019
2. Strafrecht, nicht Politik
Netanyahu versucht, ein Strafrechtsverfahren auf das Gebiet der Politik zu ziehen. Denn dort wechselt er die Rollen. Raus aus der Zwangsjacke und der sozialen Rolle des Angeklagten. Hin zum frei und offensiv agierenden Politiker Inder Rolle des Regierungschefs. Der Rechtsstaat darf soetwas nicht zulassen.
isi-dor 08.01.2019
3.
Gerichtsverfahren laufen im Allgemeinen vor Gericht ab und nicht als TV-Shows. Zumindest in einem Rechtsstaat wäre das so.
axel.hag 09.02.2019
4. Ein glänzender Rhetoriker
Aber einer der keine friedliche Lösung außer seiner zulässt. Ein Stachel im Fleisch der Friedenstaube.
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