Berichte über Hirnschlag Tunesiens Ex-Präsident Ben Ali im Krankenhaus

Tunesiens ehemaliger Machthaber Ben Ali befindet sich offenbar in einem kritischen Gesundheitszustand: Der 74-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht und könnte einen Schlaganfall erlitten haben. Mitte Januar war er mit seiner Familie nach Saudi Arabien geflüchtet.
Ehemaliger tunesischer Präsident Ben Ali: Schlechter Gesundheitszustand

Ehemaliger tunesischer Präsident Ben Ali: Schlechter Gesundheitszustand

Foto: MAHMUD TURKIA/ AFP

Zine el-Abidine Ben Ali

Tunis - Der frühere tunesische Präsident liegt nach Angaben eines Vertrauten der Familie seit zwei Tagen in einem Krankenhaus im saudi-arabischen Dschidda. Laut der Nachrichtenagentur AFP soll Ben Ali einen Schlaganfall erlitten haben und im Koma liegen.

Zuvor hatten bereits Gerüchte über die schlechte gesundheitliche Verfassung Ben Alis kursiert. Auf Anfrage hatte die tunesische Übergangsregierung am Donnerstag noch erklärt, sie wolle Berichte über eine Einweisung des Ex-Staatschefs ins Krankenhaus "weder bestätigen noch dementieren". Aus einer regierungsnahen Quelle verlautete hingegen, die Informationen zur Verschlechterung von Ben Alis Zustand "stimmten überein".

Die tunesische Tageszeitung "Le Quotidien" hatte am Donnerstag berichtet, dass Ben Ali einen Hirnschlag erlitten habe. Sie berief sich auf den französischen Blogger Nicolas Beau. Demzufolge wird Ben Ali aus Sicherheitsgründen unter der Identität eines "saudi-arabischen Emirs" behandelt.

Am 14. Januar war Ben Ali infolge von Massenprotesten der Opposition fluchtartig nach Saudi-Arabien ausgereist. Zuvor hatte er nach 23 Jahren an der Macht den Ausnahmezustand verhängt, die Regierung abgesetzt und Neuwahlen angekündigt. Ali hatte vor seiner Ausreise nach Angaben der Zeitung "Le Monde" versucht, in Paris zu landen. Die französische Regierung habe ihn aber nicht einreisen lassen wollen.

Konten des Ex-Präsidenten gesperrt

Angeblich hatte Ben Alis Ehefrau Leila Trabelsi vor der Ausreise zudem persönlich die Zentralbank in Tunis aufgesucht, um 1,5 Tonnen Gold abzuholen. Dies hatte "Le Monde" unter Berufung auf Geheimdienstinformationen berichtet.

Die Schweiz hatte wenig später Vermögen und Immobilien der Familie eingefroren. Man wolle jegliches Risiko einer Veruntreuung von staatlichem Eigentum vermeiden, teilte Außenministerin Micheline Calmy-Rey mit.

von gewaltsamen Protesten gegen die Regierung erschüttert worden

Tunesien war zuvor über Wochen . Der Unmut vieler, vor allem junger Menschen richtete sich gegen hohe Arbeitslosigkeit, hohe Preise und mangelnde Freiheiten. Bei Ausschreitungen hatten Sicherheitskräfte mehrfach auf Demonstranten geschossen, es gab zahlreiche Tote und Verletzte.

Massenproteste in Ägypten

arabischen Ländern

Libyen

Bahrain

Die Unruhen in Tunesien waren einer der Auslöser für die folgenden , die dort zum Sturz von Präsident Husni Mubarak geführt hatten. Auch in anderen mehren sich Kundgebungen gegen autoritäre Regime. In und gingen in den vergangenen Tagen Tausende Demonstranten auf die Straße.

jok/AFP/Reuters
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